Spiel mit zusätzlichem Trainingseffekt
Apportieren ist für viele Hunde eine beliebte Beschäftigung — der Hund rennt einem geworfenen Gegenstand nach, bringt ihn zurück, und das Spiel beginnt von neuem. Wer diese Aktivität an einem sanften Hang durchführt, kann den Trainingseffekt deutlich erhöhen, ohne dass sich für den Hund grundlegend etwas am Spielablauf ändert.
Warum bergauf mehr bringt
Beim Laufen bergauf muss der Körper zusätzlich Höhenmeter überwinden — das bedeutet mehr Muskelarbeit, insbesondere für die Hinterhand, und einen höheren Energieverbrauch als beim Laufen auf ebenem Gelände bei gleicher Distanz. Für den Hund fühlt sich das Spiel gleich an: Er rennt dem Ball nach, wie er es immer tut. Der Unterschied liegt im Trainingseffekt, der "nebenbei" entsteht.
Die richtige Steigung wählen
Für diese Übung reicht ein sanfter Hang — eine steile Bergstrecke ist nicht notwendig und für die Gelenke eher ungünstig. Eine leichte Steigung, wie sie in vielen Parks, auf Wiesen oder an Deichen zu finden ist, genügt bereits, um den Effekt zu erzielen.
Wurfrichtung und Distanz
Wirf den Ball oder das Spielzeug hangaufwärts. Die Distanz kann der gewohnten Wurfweite entsprechen — wichtig ist die zusätzliche Steigung, nicht eine größere Entfernung. Mit der Zeit kannst du beobachten, wie dein Hund mit der zusätzlichen Belastung umgeht, und die Häufigkeit der Würfe entsprechend anpassen.
Für welche Hunde geeignet
Wie auch beim Treppensteigen (siehe Tipp 23) gilt: Apportieren bergauf ist eher für fitte, gesunde Hunde mit guter Grundkondition gedacht. Hunde, die noch am Anfang ihres Bewegungsprogramms stehen, sollten zunächst auf ebenem Gelände trainieren.
Pausen einplanen
Auch bei einem Spiel, das dem Hund offensichtlich Freude macht, ist es wichtig, Pausen einzubauen. Ein übermotivierter Hund kann sich beim Apportieren leicht überanstrengen, ohne selbst zu merken, dass eine Pause nötig wäre — hier liegt die Verantwortung beim Halter, das Spiel rechtzeitig zu unterbrechen.
Apportieren und geistige Auslastung
Apportieren kombiniert körperliche Anstrengung mit der Befriedigung des natürlichen Beutefangverhaltens — für viele Hunde ist das eine sehr erfüllende Aktivität. In Kombination mit der zusätzlichen Steigung ergibt sich ein Training, das körperlich wirksam ist, sich für den Hund aber wie reines Spiel anfühlt (siehe Tipp 44).
Wetterabhängigkeit
Diese Übung lässt sich gut in den ohnehin stattfindenden Spaziergang integrieren, sofern in der Nähe eine geeignete Hangstrecke vorhanden ist. Bei Hitze sollte intensives Apportieren in die kühleren Tagesstunden verlegt werden (siehe Tipp 50), da die zusätzliche Anstrengung die Überhitzungsgefahr erhöht.
Wann zum Tierarzt
Bei Hunden mit Gelenkproblemen, Herzproblemen oder Atemwegseinschränkungen (etwa bei brachycephalen Rassen, siehe Tipp 75) sollte intensives Apportieren — insbesondere bergauf — vorab mit dem Tierarzt besprochen werden. Zeigt dein Hund nach dem Spiel ungewöhnlich starke Erschöpfung oder Hinken, sollte die Intensität reduziert werden.
Fazit
Apportieren bergauf ist eine einfache Möglichkeit, ein beliebtes Spiel in ein wirksames Training zu verwandeln — ohne dass sich für den Hund der Charakter des Spiels verändert. Für fitte Hunde mit gesunden Gelenken kann diese kleine Anpassung den Energieverbrauch beim Spielen deutlich erhöhen.
