Knochen sind in der BARF-Welt eine wichtige Kalziumquelle — aber auch eine der häufigsten Gefahrenquellen, wenn sie falsch eingesetzt werden. Der Unterschied zwischen einem gut gewählten Knochen und einem gefährlichen liegt in Größe, Typ und Zustand.
Warum fleischige Knochen?
Rohe, fleischige Knochen — auch RMBs (Raw Meaty Bones) genannt — sind nicht nur eine Kalziumquelle, sondern auch eine natürliche Beschäftigung, die die Kaumuskulatur trainiert und die Zähne mechanisch reinigt. Geeignete Knochen werden gekaut und teilweise gefressen, nicht als reines Spielzeug genutzt.
Welche Knochen eignen sich?
- Hühnerflügel, Hühnerhalse, Hühnerrücken: Gut für mittelgroße und kleine Hunde — weich genug zum sicheren Fressen.
- Putenhalse: Für mittelgroße bis große Hunde.
- Rinderrippen (fleischig): Für große Hunde gut geeignet.
- Lammrippen: Beliebt, gut verträglich.
- Kalbsbeinknochen: Für große, starke Kauer geeignet.
Nicht geeignet: - Harte Röhrenknochen von Rind (beim Nagen können Zähne brechen) - Wirbel und Hirschknochen (zu hart für viele Hunde) - Knochen, die kleiner sind als die Schnauze des Hundes (Verschluckgefahr)
Die richtige Größe
Faustregel: Der Knochen muss größer sein als das Maul des Hundes, damit er nicht im Ganzen geschluckt werden kann. Gleichzeitig soll er klein genug sein, dass der Hund ihn bearbeiten kann. Ein Knochen, der in einem Bissen verschwindet, ist zu klein.
Nur roh — niemals gekocht
Das ist das wichtigste Prinzip bei Knochen. Gekochte Knochen ändern ihre Struktur: Sie werden spröder und splittern in scharfkantige Stücke, die den Darm perforieren können. Rohes ist weich und biegbar — das ist kein Widerspruch, sondern Biologie.
Immer unter Aufsicht
Knochen niemals unbeaufsichtigt geben. Auch gut gewählte Knochen können zu Problemen führen, wenn ein Stück abbricht. Bleib in der Nähe und greif ein, wenn der Knochen auf eine Größe geschrumpft ist, die verschluckt werden könnte.
Häufige Fragen
Wie oft soll ich Knochen geben? Das hängt vom Knochenanteil im BARF-Plan ab. In der Regel reicht es, mehrmals pro Woche einen Knochen anzubieten — nicht täglich, da zu viel Knochen zu Verstopfung führen kann.
Mein Hund verschluckt Knochen im Ganzen. Was tun? Wähle einen größeren Knochen, den der Hund kauen muss. Wenn das nicht hilft, ist das Knochen-Kauen nichts für diesen Hund — ersetze den Kalkanteil durch Eierschalenmehl oder Kalziumpräparate.
Was mache ich mit Knochenresten? Reste, die zu klein werden, sofort wegnehmen. Nicht liegen lassen — weder zur Weiterbearbeitung noch als Spielzeug.
Das Wichtigste in Kürze
- Fleischige, rohe Knochen passender Größe sind eine gute Kalzium- und Beschäftigungsquelle.
- Knochen niemals kochen — sie splittern dann gefährlich.
- Größe an den Hund anpassen: nicht verschluckbar, aber bearbeitbar.
- Immer unter Aufsicht geben, Reste rechtzeitig abnehmen.
