Große Hunde wachsen langsam, aber intensiv. Ihr Bewegungsapparat ist anfälliger für Fehlentwicklungen als der kleiner Rassen — und die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer einen Deutschen Schäferhund, Golden Retriever, Berner Sennenhund oder ähnliche Rassen BARFT, muss das mit besonderer Sorgfalt tun.
Warum große Rassen sensibler sind
Große Rassen wachsen bis zu 18–24 Monate, einige noch länger. In dieser Zeit ist das Skelettsystem in Entwicklung und besonders auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung angewiesen. Typische Erkrankungen, die durch Ernährungsfehler im Wachstum begünstigt werden können:
- OCD (Osteochondrosis dissecans): Erkrankung des Knorpels durch zu schnelles Wachstum
- HOD (Hypertrophic Osteodystrophie): Schmerzhafte Knochenerkrankung, u. a. ernährungsbedingt
- HD (Hüftgelenksdysplasie): Genetisch, aber durch Überernährung im Wachstum verstärkt
Diese Erkrankungen sind nicht alle direkt durch BARF verursacht — aber schlechte Ernährung im Wachstum kann sie begünstigen oder verstärken.
Die kritischen Punkte
Kalzium: Große Welpen reagieren besonders empfindlich auf Kalziumüberschuss. Zu viele Knochen, zu viel Eierschalenmehl oder zu großzügig dosierte Kalziumpräparate können Wachstumsprobleme auslösen. Auch Kalziummangel ist problematisch. Die Menge muss exakt stimmen.
Energie: Zu viel Energie (zu viele Kalorien) fördert schnelles Wachstum, das die Gelenke überlasten kann. Übergewicht im Welpenalter ist ein Risikofaktor.
Vitamin D: Beeinflusst die Kalziumaufnahme und muss im Plan berücksichtigt sein.
Wie du dich absicherst
- Lass den Plan von einer Fachperson erstellen, die Erfahrung mit großen Rassen hat.
- Lass regelmäßige Röntgenkontrollen der Gelenke beim Tierarzt machen.
- Wiege deinen Welpen alle 2 Wochen und gleiche mit der Wachstumskurve ab.
- Überprüfe den Plan bei jeder Impfkontrolle.
Häufige Fragen
Mein Welpe ist sehr aktiv und schafft viel — muss ich die Ration erhöhen? Möglicherweise leicht, aber Vorsicht. Zu viel Energie im Wachstum ist ein bekanntes Risiko für große Rassen. Lieber den Tierarzt beurteilen lassen.
Ab wann gilt ein großer Hund als adult? Bei großen Rassen erst mit ca. 18–24 Monaten. Vorher bleibt er ein Welpe in der Ernährungsplanung.
Mein Züchter sagt, BARF für Welpen sei okay. Reicht das? Es kommt drauf an. Wenn er einen fundierten, von einer Fachperson berechneten Plan verwendet und regelmäßig kontrolliert, ja. Ohne Plan ist das ein Risiko.
Das Wichtigste in Kürze
- Große Rassen haben ein höheres Risiko für Wachstumserkrankungen bei Ernährungsfehlern.
- Kalzium darf weder fehlen noch überschüssig sein — die Menge muss genau stimmen.
- Energie und Gewichtszunahme regelmäßig überwachen.
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind für große Welpen besonders wichtig.
