🥩 Tipp #12 · 6 Min. Lesezeit

Innereien einplanen

Leber, Niere, Milz und Lunge liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Besonders Leber ist als Vitamin-A-Quelle unverzichtbar — aber dosiert.

#innereien#naehrwerte
Verschiedene Innereien für BARF: Leber, Niere, Lunge
Verschiedene Innereien für BARF: Leber, Niere, Lunge
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Innereien sind in der BARF-Ration keine optionale Beilage, sondern eine Nährstoffquelle, die kein anderer Bestandteil ersetzen kann. Wer sie weglässt, weil er sie selbst ekelig findet, riskiert ernsthafte Versorgungslücken.

Warum Innereien unverzichtbar sind

Muskelfleisch allein — so hochwertiges Protein es auch liefert — deckt nicht alle Mikronährstoffe. Innereien steuern Vitamine und Spurenelemente bei, die in normalem Muskelfleisch kaum oder gar nicht vorkommen:

  • Leber: Vitamin A, B12, Folsäure, Eisen, Zink
  • Niere: Vitamin B-Komplex, Selen, Eisen
  • Milz: Eisen, Selen
  • Lunge: Leicht verdauliches Protein, Eisen
  • Pansen (Mageninhalt): Enzyme, Ballaststoffe, Probiotika-ähnliche Wirkung

Die Kombination mehrerer Innereien ergibt ein breiteres Nährstoffprofil als eine Sorte allein.

Die richtige Menge

Innereien sollten etwa 5–10 % der Gesamtration ausmachen — davon maximal etwa die Hälfte als Leber. Bei einer 400-g-Ration wären das etwa 20–40 g Innereien täglich, davon 10–20 g Leber.

Diese Mengen klingen gering, haben aber Konsequenzen, wenn man sie übersteigt: Zu viele Innereien, besonders Leber, führen zu weichem bis breiigem Kot und können bei dauerhafter Überversorgung zu Vitaminüberschüssen führen.

Welche Innereien von welchem Tier?

Die Nährstoffprofile variieren je nach Tier. Rinderleber ist nährstoffdichter als Geflügelleber. Rinderniere enthält mehr Selen als Putenniere. Für ein breites Profil empfiehlt sich eine Mischung verschiedener Tiere und Organe.

Plane Innereien nicht täglich in voller Menge, sondern verteile sie über die Woche oder gib sie an bestimmten Tagen. Was in der Wochenbilanz stimmt, ist in Ordnung.

Akzeptanz und Geruch

Innereien riechen intensiv — für den Hund ein Hochgenuss, für den Halter manchmal eine Herausforderung. Wenn dein Hund bestimmte Innereien ablehnt, probiere: - Leicht anwärmen (nicht erhitzen) - Mit Muskelfleisch mischen - Verschiedene Sorten testen

Häufige Fragen

Muss ich Innereien roh geben? Im Rahmen von BARF werden Innereien roh gegeben. Sie können gefroren gekauft, aufgetaut und direkt verfüttert werden.

Was, wenn ich keine Leber bekomme? Leber ist die wichtigste Innereienquelle. Versuche, sie regelmäßig einzubauen — auch tiefgekühlt erhältlich. Geflügel-, Rinder- oder Schweineleber (Schweineleber ist nicht roh für Hunde geeignet) — hier nur Rinder- oder Geflügelleber.

Wie oft soll ich Innereien geben? Leber 2–3 mal pro Woche in kleiner Menge statt täglich in größerer. Andere Innereien nach Plan über die Woche verteilen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Innereien (Leber, Niere, Milz, Lunge) liefern unverzichtbare Vitamine und Spurenelemente.
  • Anteil: 5–10 % der Gesamtration, davon max. die Hälfte Leber.
  • Verschiedene Sorten und Tierarten für ein breites Nährstoffprofil kombinieren.
  • Über die Woche verteilen, nicht täglich in voller Menge.

Weiterführende Informationen

Verwandte Tipps

← Alle BARF & Rohfütterung-Tipps ansehen

Du willst eine persönliche Futter-Empfehlung?

BELLA fragt nach Rasse, Alter, Gewicht und Gesundheit und empfiehlt in 60 Sekunden die optimale Sorte aus über 11.000 Produkten — kostenlos.

🐕 BELLA fragen →
RS
Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

11.000+

analysierte Futtersorten

2+ J.

Erfahrung mit Tiernahrung & KI

16+

peer-reviewed Quellen