Beim Thema BARF-Hygiene denken die meisten zuerst an die Küche. Dabei ist der Kot des Hundes eine mindestens ebenso relevante Keimquelle — und wird im Alltag häufig unterschätzt.
Warum Hundekot beim BARFen besonders relevant ist
Ein Hund, der rohes Fleisch frisst, kann Keime wie Salmonellen, Campylobacter oder Listerien im Darm beherbergen — auch ohne selbst krank zu sein. Diese Keime werden über den Kot ausgeschieden und können im Garten, auf dem Gehweg oder in der Wohnung andere Menschen und Tiere infizieren.
Das ist nicht neu. Aber bei rohfütternden Hunden ist die Keimlast im Kot potenziell höher als bei Hunden, die industriell erhitztes Futter bekommen, weil das Erhitzen Keime abtötet.
Was das im Alltag bedeutet
- Kot sofort aufsammeln — nicht stehen lassen, nicht hoffen, dass Regen ihn beseitigt
- Beutel sofort verschließen und in den Restmüll, nicht in offene Kompostkübel
- Im eigenen Garten Stellen, an denen der Hund regelmäßig sein Geschäft macht, meiden und nicht bepflanzen mit Gemüse oder Kräutern, die roh verzehrt werden
- Kinder im Garten nicht in der Nähe bekannter Kotplätze spielen lassen, auch nach dem Aufsammeln
Hände nach dem Aufsammeln
Es klingt selbstverständlich, aber in der Praxis passiert es doch: Beutel abreißen, Kot aufheben, Beutel zuknoten — und dann am Handy tippen. Die Keimlast auf der Außenseite des Beutels, auf den Fingern oder unter dem Nagel ist real.
Lösung: Einweghandschuhe mitführen oder sofortiges gründliches Händewaschen. Desinfektions-Handgel ist unterwegs eine gute Ergänzung.
Risiko für Spielkinder und Sandkästen
Sandkästen sind besonders kritisch. Katzen- und Hundekot in Sandkästen hat bereits in der Vergangenheit zu Parasiten-Infektionen bei Kleinkindern geführt (z. B. Toxocara). Bei BARFenden Hunden kommt die potenzielle Keimlast durch Rohfleisch dazu.
