Ein Hund mit einer Krebserkrankung steht vor besonderen ernährungsphysiologischen Herausforderungen. Tumore verbrauchen selbst Energie und verändern den Stoffwechsel. Chemotherapie oder andere Behandlungen können Übelkeit, Appetitlosigkeit und veränderten Geschmackssinn verursachen. Das Ergebnis: Der Hund frisst weniger, verliert Gewicht und Muskelmasse — obwohl er mehr Energie braucht als je zuvor.
Warum Ernährung bei Krebspatienten so wichtig ist
Der Körperzustand hat direkten Einfluss auf die Behandlungstoleranz und -prognose. Hunde, die ausreichend Protein und Kalorien bekommen, vertragen Chemotherapie besser, haben eine intaktere Immunfunktion und erholen sich schneller. Unterernährte Krebspatienten haben schlechtere Ausgangsbedingungen.
Was onkologische Ernährung leistet
- Muskelmasse erhalten — durch hochwertiges, gut verdauliches Protein
- Energie liefern — Tumore bevorzugen Glukose als Energiequelle; fettreiche, kohlenhydratarme Diäten können die Verfügbarkeit für Tumorzellen reduzieren (kontrovers, aber in der Tieronkologie diskutiert)
- Antioxidantien bereitstellen — Omega-3 (EPA/DHA), Vitamin E und andere Antioxidantien können entzündungshemmend wirken
- Appetit fördern — Akzeptanz hat Vorrang, wenn der Hund kaum frisst
Praktische Tipps zur Appetitförderung
- Warme Mahlzeiten: Leicht angewärmtes Futter riecht intensiver und wird besser angenommen.
- Kleine, häufige Portionen: Statt zweimal täglich lieber fünfmal kleinere Mengen.
- Handreichen: Viele kranke Hunde fressen lieber aus der Hand — der soziale Kontakt überwindet die Appetitlosigkeit.
- Abwechslung: Verschiedene Texturen und Geschmacksrichtungen (innerhalb des Erlaubten) ausprobieren.
- Wenn gar nichts geht: Der Tierarzt kann Appetitanreger (z. B. Mirtazapin) verschreiben.
