Wasser ist Leben — das gilt besonders für einen Hund, der gerade Durchfall oder Erbrechen durchgemacht hat. Mit jedem flüssigen Stuhl und jedem Erbrechen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch lebenswichtige Mineralsalze (Elektrolyte). Das unterschätzen viele Halter.
Was passiert bei Dehydrierung?
Ohne ausreichend Wasser können Zellen ihre Funktionen nicht aufrechterhalten. Nieren, Herz und Hirn sind besonders empfindlich. Bei Welpen und kleinen Hunden kann schwere Dehydrierung innerhalb weniger Stunden kritisch werden.
Typische Anzeichen einer Dehydrierung: - Zelt-Test: Hebe die Haut im Nackenbereich an und lass los. Gesunde Haut springt sofort zurück. Bei Dehydrierung bleibt die Falte stehen. - Schleimhäute: Die Innenseite des Mauls sollte feucht und rosa sein. Trocken und bleich ist ein Alarmsignal. - Augäpfel: Eingesunkene Augen deuten auf Flüssigkeitsmangel hin. - Urin: Sehr dunkler oder gar kein Urin über mehrere Stunden.
Was du zuhause tun kannst
Immer frisches Wasser anbieten. Wechsle das Wasser mehrmals täglich — manche Hunde trinken lieber aus einem frischen Napf.
Mehrere Wasserstellen. Stelle zwei oder drei Näpfe an verschiedenen Orten auf. Das erhöht die Chance, dass der Hund trinkt.
Temperatur beachten. Manche Hunde bevorzugen leicht abgekühltes, aber nicht eiskaltes Wasser. Experimentiere, was dein Hund bevorzugt.
Kleines Futter nach dem Trinken. Wenn ein Hund auf Wasser mit Erbrechen reagiert, gib kleine Mengen (wenige Schlucke) in kurzen Abständen statt auf einmal.
Wann reicht Wasser nicht mehr?
Bei starker Dehydrierung reicht Wasser alleine nicht — der Körper braucht auch Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid). In diesem Fall braucht dein Hund: - Tierärztlich empfohlene Elektrolytlösung für Hunde (keine Sportgetränke für Menschen — diese enthalten oft Zucker und sind für Hunde ungeeignet) - Im schlimmsten Fall eine Infusion beim Tierarzt
Warnsignale für eine Infusion
Wenn dein Hund diese Zeichen zeigt, ist der Tierarzt dringend nötig: - Hund trinkt gar nicht, obwohl Wasser angeboten wird - Schleimhäute trocken und weißlich - Haut springt nach dem Zelt-Test nicht zurück - Hund ist apathisch, bewegt sich kaum
Häufige Fragen
Darf ich meinem Hund Sportgetränke geben? Nein. Menschliche Sportgetränke (Isodrinks) enthalten Zucker, Zitronensäure und manchmal Süßungsmittel wie Xylitol — letzteres ist für Hunde extrem giftig. Nur tierärztliche Elektrolytlösungen verwenden.
Wie viel Wasser braucht ein Hund täglich? Als Faustregel: etwa 50 ml pro kg Körpergewicht täglich. Ein 10-kg-Hund sollte also mindestens 500 ml trinken — mehr bei Hitze oder Erkrankung.
Mein Hund trinkt nach Erbrechen immer wieder zu viel und erbricht dann erneut. Was tun? Biete Wasser portionsweise an: wenige Schlucke alle 10–15 Minuten. Wenn er trotzdem erbricht, ist das ein Signal für den Tierarzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Dehydrierung nach Durchfall und Erbrechen ist ernst zu nehmen.
- Zelt-Test und Schleimhäute prüfen, um den Grad der Austrocknung einzuschätzen.
- Frisches Wasser immer zugänglich halten, mehrere Näpfe aufstellen.
- Bei starkem Flüssigkeitsverlust: tierärztliche Elektrolytlösung, im Notfall Infusion.
