Chronischer Durchfall ist frustrierend — für den Hund und für den Halter. Die Versuchung ist groß, einfach das Futter zu wechseln, auf sensitiv umzustellen oder eine Eigendiagnose aufzustellen. Bevor du das tust, lohnt sich ein einfacher und günstiger erster Schritt: die Kotprobe.
Was eine Kotuntersuchung zeigt
Im Labor lassen sich aus einer Kotprobe viele Ursachen von chronischem Durchfall direkt nachweisen:
- Parasiten: Würmer (Askariden, Hakenwürmer, Bandwürmer) und Einzeller wie Giardien oder Kokzidien
- Bakterielle Belastung: Bestimmte Bakterienstämme (z. B. Campylobacter, Salmonellen) als Ursache
- Verdauungsenzyme: Hinweise auf EPI (exokrine Pankreas-Insuffizienz) bei unzureichender Enzymproduktion
- Blut in der Probe: Mikroskopisch nachweisbar, auch wenn es mit dem Auge nicht sichtbar ist
Warum das so wichtig ist
Wenn der Durchfall durch Giardien verursacht wird, hilft das teuerste sensitiv Futter kein bisschen. Das Problem ist parasitär, nicht alimentär. Erst wenn der parasitäre Anteil ausgeschlossen ist, macht eine Diätänderung Sinn.
Gleiches gilt für EPI: Die Erkrankung simuliert in Symptomen viele Futtermittelprobleme. Hunde fressen gut, nehmen aber ab und haben häufig weichen, öligen Kot. Ohne Diagnose wäre eine Umstellung auf „mehr Eiweiß" oder „besser verdauliches Futter" sinnlos.
So funktioniert die Kotprobe
- Frischen Kot (nicht älter als 2 Stunden, wenn möglich noch frischer) in einem sauberen Behälter sammeln
- Am besten aus dem mittleren Teil des Kothaufens — nicht vom Boden aufnehmen
- Zur Tierarztpraxis bringen oder nach Anweisung aufbewahren (manche Tests brauchen Kühlung)
- Ergebnis kommt in der Regel innerhalb weniger Tage
