Eine therapeutische Diät ohne Dokumentation ist wie eine Reise ohne Karte. Du weißt vielleicht ungefähr, wo du bist — aber du kannst schwer beurteilen, ob du vorankommst, ob du den richtigen Weg nimmst oder ob sich etwas verändert hat. Notizen kosten wenig Zeit und geben dem Tierarzt wertvolle Informationen.
Was du dokumentieren solltest
Gewicht: Wiege deinen Hund wöchentlich — am besten immer zur gleichen Zeit und unter gleichen Bedingungen (z. B. morgens nüchtern). Viele Tierarztpraxen bieten auch Zwischenwiegen an.
Kotbeschaffenheit: Farbe, Konsistenz, Häufigkeit und Auffälligkeiten (Blut, Schleim, ungewöhnlicher Geruch) — das klingt unangenehm, aber der Kot ist einer der zuverlässigsten Indikatoren für den Diäterfolg.
Symptome: Juckreiz, Kratzen, Hautrötungen, Pfotenlecken, Erbrechen, Flatulenz — notiere Häufigkeit und Intensität auf einer einfachen Skala (z. B. 0–3).
Futter und Extras: Was wurde wann gegeben? Wie viel? Gab es Ausrutscher? Welche Leckerlis?
Energie und Stimmung: Ist der Hund aktiv, verspielt, apathisch? Verändert sich das Schlafverhalten?
Wie du das Tagebuch führst
Du brauchst kein Spezial-Tool. Ein einfaches Notizbuch, eine Tabellenkalkulation oder eine Notiz-App reichen völlig. Wichtig ist nur: täglich, kurz, konsequent.
Muster für einen Eintrag: - Datum: 17.06.2026 - Gewicht: 12,4 kg - Futter: 200 g Royal Canin Renal, 1 Schluck Wasser drüber - Kot: 2x, Konsistenz 3/5, normal geformt - Symptome: kein Juckreiz, keine Auffälligkeiten - Energie: normal aktiv
Wann die Dokumentation besonders wichtig ist
- Eliminationsdiät: Hier ist das Tagebuch unverzichtbar. Symptomveränderungen müssen auf den Tag genau nachvollziehbar sein.
- Gewichtsreduktion: Ohne Wiegekurve ist nicht erkennbar, ob die Diät den Gewichtsverlust zu schnell oder zu langsam vorantreibt.
- Neue Diät: In den ersten 2–3 Wochen besonders genau hinschauen, ob Anzeichen von Unverträglichkeit auftreten.
Den Tierarzt informieren
Zeige die Aufzeichnungen beim nächsten Besuch vor. Ein gutes Protokoll kann einem erfahrenen Tierarzt in zwei Minuten Auskunft geben, für die eine Blutuntersuchung Tage dauern würde. Es ist Zeitersparnis und Qualitätsgewinn zugleich.
