🩺 Tipp #29 · 6 Min. Lesezeit

Bei Untergewicht: Erst die Ursache abklären

Magert ein Hund trotz normalem Fressen ab, steckt fast immer eine Erkrankung dahinter. Bevor du päppelst, muss die Ursache diagnostiziert werden.

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Tierärztin untersucht einen zu dünnen Hund auf dem Behandlungstisch
Tierärztin untersucht einen zu dünnen Hund auf dem Behandlungstisch
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Ein Hund, der trotz ausreichender Fütterung abnimmt oder nicht an Gewicht zulegt, sendet ein klares Signal: Etwas stimmt nicht. Einfach mehr füttern ist in diesen Fällen keine Lösung — es kann sogar schädlich sein, wenn die Grundursache unbehandelt bleibt.

Woran erkennst du Untergewicht?

Die einfachste Methode ist die Körperkonditionsbewertung (BCS) auf einer Skala von 1–9. Ein Hund mit Idealgewicht liegt bei 4–5. Unter 3 ist klinisches Untergewicht: - Rippen deutlich sichtbar und fühlbar ohne Fettschicht - Hüft- und Rückenwirbelknochen vorspringend - Baucheinzug stark ausgeprägt - Muskelabbau sichtbar

Häufige medizinische Ursachen von Untergewicht

Parasiten: Darmparasiten (Bandwurm, Spulwurm) entziehen dem Hund Nährstoffe. Regelmäßige Kotuntersuchungen helfen, diese aufzudecken.

EPI (Exokrine Pankreasinsuffizienz): Die Bauchspeicheldrüse produziert nicht genug Verdauungsenzyme. Der Hund frisst viel, nimmt aber trotzdem ab, weil er kaum etwas aufnehmen kann. Typisch: sehr viel Kot, übelriechend, mit unverdauten Anteilen.

IBD (Entzündliche Darmerkrankung): Die Darmschleimhaut ist chronisch entzündet und kann Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen.

Stoffwechselerkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Nebennierenrindenerkrankungen.

Tumorerkrankungen: Bestimmte Tumoren erhöhen den Energiebedarf oder beeinträchtigen die Nahrungsaufnahme.

Zahnschmerzen: Ein Hund mit starken Zahnschmerzen frisst weniger oder schlechter.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

  • Körperliche Untersuchung beim Tierarzt
  • Blutbild und Serumwerte (Organfunktionen, Entzündungsparameter)
  • Kotuntersuchung auf Parasiten und Maldigestion
  • Schilddrüsenwerte
  • Ggf. Ultraschall oder Röntgen

Häufige Fragen

Mein Hund sieht dünn aus, frisst aber normal. Wann muss ich zum Tierarzt? Wenn der Gewichtsverlust auffällig ist oder über Wochen anhält, möglichst bald. Ein Blutbild gibt schnell erste Antworten.

Was wenn alle Tests normal sind? Manchmal liegt es am Futter selbst: schlechte Verdaulichkeit, falsches Verhältnis von Nährstoffen. Eine Futterumstellung nach tierärztlicher Empfehlung kann dann helfen.

Kann Stress auch zu Untergewicht führen? Ja, chronischer Stress kann den Appetit dämpfen und den Energieverbrauch erhöhen. Besonders bei Zwingerhaltung oder nach traumatischen Erlebnissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Abnehmen trotz normaler Fütterung ist immer ein Warnsignal.
  • Parasiten, EPI, IBD, Diabetes und andere Erkrankungen ausschließen.
  • Tierarztbesuch mit Blutbild und Kotuntersuchung ist der erste Schritt.
  • Erst Ursache behandeln, dann gezielt aufpäppeln.

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Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

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