🍖 Tipp #7 · 6 Min. Lesezeit

Den Bedarf am Körpergewicht orientieren

Als Faustregel frisst ein Hund 2–3 % seines Idealgewichts täglich. Welpen, aktive und untergewichtige Hunde brauchen mehr.

#menge#fuetterung
Hund wird gewogen für die korrekte Futtermenge
Hund wird gewogen für die korrekte Futtermenge
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Warum das Körpergewicht entscheidend ist

Die Futtermenge sollte sich am Körpergewicht des Hundes orientieren — nicht an gefühlten Schätzungen oder den Empfehlungen auf der Packung. Jeder Hund hat einen individuellen Energiebedarf, der von Gewicht, Alter, Aktivität und Gesundheit bestimmt wird.

Die Grundregel: 2-3% des Körpergewichts

Als Faustregel gilt: - Ruhige Hunde: 2% des Körpergewichts pro Tag - Normal aktive Hunde: 2,5% des Körpergewichts pro Tag - Sehr aktive Hunde: 3% des Körpergewichts pro Tag

Beispiel: Ein 20kg schwerer, normal aktiver Hund benötigt etwa 500g Futter pro Tag (20kg × 2,5% = 0,5kg = 500g).

Wichtige Unterscheidung: Idealgewicht vs. Istgewicht

Idealgewicht: - Das Gewicht, bei dem der Hund optimal ist - Rippen fühlen, aber nicht sehen - Taille von oben erkennbar - Bauch leicht aufgezogen

Istgewicht: - Das aktuelle Gewicht auf der Waage - Kann über oder unter dem Ideal liegen - Nicht immer die Basis für die Futterberechnung

Bei übergewichtigen Hunden immer nach Idealgewicht füttern, nicht nach Istgewicht!

Faktoren, die den Bedarf beeinflussen

Lebensphase: - Welpen: 3-6% (Wachstum benötigt viel Energie) - Adult: 2-3% (Erhaltung) - Senior: 1,5-2,5% (langsamer Stoffwechsel)

Aktivitätslevel: - Couch-Potato: 1,5-2% - Normal aktiv: 2-2,5% - Arbeitshund: 3-5% - Sportler: 4-6%

Gesundheit: - Krankheit: Mehr oder weniger je nach Erkrankung - Genesung: Oft mehr für Heilung - Diät: Weniger für Gewichtsverlust - Kastration: Oft 20-30% weniger Bedarf

Rasse: - Kleine Rassen: Höherer Stoffwechsel pro kg - Große Rassen: Langsamerer Stoffwechsel - Mittelrassen: Durchschnittlicher Bedarf

Praktische Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Normal aktiver Hund - Gewicht: 25kg - Aktivität: Normal (2,5%) - Tagesmenge: 25kg × 0,025 = 625g

Beispiel 2: Welpen - Gewicht: 10kg - Aktivität: Hoch (5%) - Tagesmenge: 10kg × 0,05 = 500g

Beispiel 3: Senior, übergewichtig - Istgewicht: 30kg - Idealgewicht: 25kg - Aktivität: Niedrig (1,5%) - Tagesmenge: 25kg × 0,015 = 375g

Anpassung über die Zeit

Der Energiebedarf ändert sich: - Saisonal: Mehr im Winter, weniger im Sommer - Alter: Langsamer mit den Jahren - Gesundheit: Bei Krankheit oder Genesung - Aktivität: Mit mehr oder weniger Bewegung

Regelmäßige Anpassungen sind notwendig für optimale Fütterung.

Wie du das Idealgewicht bestimmst

Body Condition Score (BCS): - 1-3: Unterweight (zu dünn) - 4-5: Ideal (optimal) - 6-9: Overweight (zu dick)

Körperliche Merkmale: - Rippen fühlen, aber nicht sehen (ideal) - Taille von oben erkennbar (ideal) - Bauch leicht aufgezogen (ideal) - Keine Fettpolster über Rippen (ideal)

Bei Unsicherheit den Tierarzt konsultieren.

Häufige Fehler bei der Futterberechnung

Fehler 1: Nach Istgewicht füttern - Bei übergewichtigen Hunden das Idealgewicht nehmen - Sonst wird Übergewicht zementiert

Fehler 2: Packungsangaben blind folgen - Diese sind oft zu hoch - Individuell anpassen

Fehler 3: Leckerlis nicht einrechnen - Snacks machen bis zu 10% der Kalorien aus - Von der Tagesration abziehen

Fehler 4: Nicht regelmäßig anpassen - Bedarf ändert sich über Zeit - Regelmäßig überprüfen

Spezielle Situationen

Nach Kastration: - Bedarf sinkt oft um 20-30% - Futtermenge reduzieren oder Light-Futter - Gewicht regelmäßig kontrollieren

Bei Krankheit: - Je nach Erkrankung mehr oder weniger - Mit Tierarzt besprechen - Spezielles Diätfutter möglich

Während der Trächtigkeit: - Bedarf steigt im Verlauf - Spezielles Welpenfutter - Mit Tierarzt absprechen

Monitoring und Anpassung

Wöchentliche Kontrolle: - Gewicht messen - BCS überprüfen - Futtermenge anpassen

Monatliche Überprüfung: - Langfristige Trends - Futterart evaluieren - Gesundheitszustand prüfen

Bei Veränderungen: - Aktivitätsänderung - Gesundheitsänderung - Lebensphasenwechsel

Praktische Tipps für die tägliche Fütterung

  1. Waage nutzen: Täglich oder wöchentlich wiegen
  2. Messbecher: Genau dosieren, nicht schätzen
  3. Tagebuch: Futtermenge und Gewicht notieren
  4. Regelmäßigkeit: Gleiche Zeiten, gleiche Mengen
  5. Flexibilität: Bei Bedarf anpassen

Zusammenfassung

Die Futtermenge sollte sich am Idealgewicht orientieren, nicht am Istgewicht. Berücksichtige Lebensphase, Aktivität und Gesundheit. Regelmäßige Kontrolle und Anpassung sind der Schlüssel zu optimaler Fütterung.

Weiterführende Informationen

Verwandte Tipps

← Alle Hundeernährung-Tipps ansehen

Du willst eine persönliche Futter-Empfehlung?

BELLA fragt nach Rasse, Alter, Gewicht und Gesundheit und empfiehlt in 60 Sekunden die optimale Sorte aus über 11.000 Produkten — kostenlos.

🐕 BELLA fragen →
RS
Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

11.000+

analysierte Futtersorten

2+ J.

Erfahrung mit Tiernahrung & KI

16+

peer-reviewed Quellen