❤️‍🩹 Tipp #82 · 6 Min. Lesezeit

Fellpflege als Gesundheitskontrolle nutzen

Beim Bürsten findest du Parasiten, Hautstellen und Knoten. Mach die Pflege zur regelmäßigen Untersuchung.

#fell#kontrolle
Hund wird gebürstet und auf Gesundheit kontrolliert
Hund wird gebürstet und auf Gesundheit kontrolliert
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Bürsten als Diagnostik

Die meisten Halter bürsten ihren Hund, weil sie lose Haare entfernen wollen, weil das Fell verfilzt, oder weil der Hund es mag. Aber das Bürsten ist mehr als Pflege — es ist eine systematische Gesundheitskontrolle, die du einmal die Woche durchführen kannst, ohne einen Tierarzttermin zu brauchen.

Dein Hund liegt entspannt, du bürstest — und dabei siehst, fühlst und riechst du Dinge, die du sonst vielleicht erst bemerken würdest, wenn ein Problem schon fortgeschritten ist.

Was du beim Bürsten findest

Parasiten. Zecken verstecken sich bevorzugt an Ohren, Achseln, Leisten, zwischen den Zehen und am Bauch. Beim gründlichen Bürsten mit anschließendem Abtasten dieser Stellen findest du sie, bevor sie sich vollsaugen und Krankheiten übertragen. Flohkot — winzige schwarze Krümel, die auf feuchtem Papier rötlich werden — ist ebenfalls beim Bürsten sichtbar.

Hautveränderungen. Rötungen, Krusten, Schuppung, kahle Stellen, kleine Beulen oder Wunden — all das wird beim Bürsten sichtbar, besonders wenn du das Fell aufteilst und die Haut direkt anschaust. Frühzeitig erkannte Hautprobleme lassen sich oft einfach behandeln, bevor sie sich ausbreiten.

Knoten und Umfangsvermehrungen. Ein neuer Knoten, eine veränderte Konsistenz des Gewebes, eine Schwellung — das fühlen deine Hände beim Bürsten und Abtasten. Das Meiste davon ist harmlos (Lipome, Talgzysten), aber alles sollte dem Tierarzt gezeigt werden. Bösartige Tumore, früh entdeckt, haben eine deutlich bessere Prognose.

Wunden. Schnitte, Schürfwunden, eingewachsene Fremdkörper (Grannen!) — im dichten Fell leicht übersehen, beim Bürsten aber spürbar.

Ohren und Augen. Nutze den Bürstenmoment auch dazu, einen kurzen Blick auf Ohren (Rötung, Geruch, Ausfluss?) und Augen (Ausfluss, Trübung, Zukneifen?) zu werfen.

Systematisch vorgehen

Ein lockerer Bürstenstrich ist Pflege — eine systematische Kontrolle ist Diagnose. Gehe den Körper in Abschnitten durch: Kopf, Hals, Brust, Rücken, Seiten, Bauch, Schwanzansatz, Gliedmaßen. Teile das Fell auf, schaue auf die Haut. Taste mit leichtem Druck: Gibt es Stellen, bei denen der Hund zusammenzuckt oder sich wegbewegt?

Das dauert beim ersten Mal etwas länger, wenn du weißt, worauf du achtest. Nach einer Gewöhnungsphase ist es eine Routine von zehn bis fünfzehn Minuten, die dir ein klares Bild vom Zustand deines Hundes gibt.

Häufigkeit nach Felltyp

Kurzhaarige Rassen: einmal pro Woche bürsten reicht meist. Langhaarige und dichtfellige Rassen wie Husky, Berner Sennenhund oder Collie: zweimal pro Woche, in der Fellwechselzeit täglich. Schnallhaarige oder verfilzungsanfällige Rassen (Poodle, Cockapoo): mehrfach pro Woche, um Verfilzungen zu vermeiden.

Verfilzungen sind mehr als ein Schönheitsproblem: Schwere Verfilzungen ziehen an der Haut, verursachen Schmerzen und können Wunden und Entzündungen darunter verstecken. Sie sind Tierschutzrelevant — das unterschätzen viele Halter.

Das Bürsten positiv gestalten

Damit die Gesundheitskontrolle zuverlässig klappt, muss der Hund das Bürsten mögen — oder zumindest tolerieren. Gewöhne Welpen frühzeitig daran. Nutze Leckerlis als Belohnung. Mach es zu einem ruhigen, positiven Ritual. Ein Hund, der beim Bürsten entspannt liegt, lässt sich viel gründlicher untersuchen als einer, der sich windet und wegläuft.

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Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

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