Getreideunverträglichkeit beim Hund ist häufiger als viele denken — und sie zeigt sich oft nicht sofort. Chronischer Juckreiz, wechselhafte Verdauung, weicher Kot oder dumpfes Fell können Hinweise sein. Wer das Hauptfutter bereits auf eine getreidefreie Variante umgestellt hat, vergisst dabei manchmal die Leckerlis. Doch gerade hier stecken häufig versteckte Getreidezutaten.
Was bedeutet „getreidefrei" wirklich?
Getreide ist ein Oberbegriff für Gräser mit Körnern, die zur menschlichen und tierischen Ernährung genutzt werden: Weizen, Mais, Gerste, Roggen, Hafer, Reis. „Getreidefrei" bedeutet, dass keines dieser Getreide im Produkt enthalten ist.
Vorsicht: Getreidefrei ist nicht dasselbe wie kohlenhydratfrei. Viele getreidefreie Snacks enthalten Kartoffel, Süßkartoffel, Kichererbsen oder Linsen als Kohlenhydratquelle. Das ist für die meisten Hunde unproblematisch — bei spezifischen Stärke-Unverträglichkeiten oder Diabetiker-Hunden jedoch relevant.
Welche Snacks sind typischerweise nicht getreidefrei?
Wenn du Leckerlis kaufst, schau dir die Zutatenliste genau an. Versteckte Getreidezutaten tauchen auf als:
- Weizenmehl, Weizenstärke, Weizengluten — in weichen Leckerlis sehr häufig als Bindemittel
- Maismehl oder Maissirup — günstiger Füllstoff in Kaustreifen
- Hafer oder Hafermehl — oft als „gesund" vermarktet, aber für Getreide-intolerante Hunde problematisch
- Reismehl — häufig als „mild" beworben, ist aber Getreide
Was sind gute getreidefreie Alternativen?
Die besten getreidefreien Leckerlis kommen mit wenigen, klar lesbaren Zutaten:
- Getrocknetes oder luftgetrocknetes Fleisch — reine Fleischriegel aus Huhn, Rind, Ente etc.
- Tierische Kauartikel — Ochsenziemer, Schweineohren, Rinderkopfhaut enthalten naturgemäß kein Getreide
- Gefriergetrocknete Leber oder Herz — proteinreich, ohne jede Kohlenhydratbeigabe
- Gemüsesnacks — Karottenwürfel, Gurkenscheiben, Zucchini sind ebenfalls getreidefrei und kalorienarm
Beim Einkauf im Supermarkt
Handelsübliche Leckerlis aus dem Supermarkt enthalten fast immer Getreide — sei es als Füllstoff oder Bindemittel. Wer seinen Hund konsequent getreidefrei snacken lassen möchte, kauft besser in Zoofachhandlungen, Online-Tiershops oder direkt beim Hersteller.
Achte auf Siegel wie „grain-free" oder „getreidefrei" auf der Vorderseite — und prüfe trotzdem die Zutatenliste, da diese Begriffe nicht einheitlich reguliert sind.
Häufige Fragen
Muss auch das Leckerli getreidefrei sein, wenn das Futter getreidefrei ist? Ja, wenn der Hund tatsächlich auf Getreide reagiert. Eine einzige Portion Getreide-Kaustreifen pro Tag kann die positive Wirkung einer ansonsten getreidefreien Diät untergraben.
Ist „glutenfrei" dasselbe wie „getreidefrei"? Nein. Gluten kommt nur in bestimmten Getreidesorten vor (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste). Mais und Reis sind zwar glutenfrei, aber trotzdem Getreide. Wenn dein Hund auf Gluten reagiert, reicht ein glutenfreies Produkt. Wenn er auf alle Getreidesorten reagiert, musst du auf Grain-Free achten.
Wie erkenne ich, ob mein Hund auf Getreide reagiert? Am sichersten durch eine Eliminationsdiät unter tierärztlicher Begleitung. Dabei wird Getreide komplett weggelassen und nach 8–12 Wochen gezielt wieder eingeführt.
Das Wichtigste in Kürze
- Getreide versteckt sich in vielen handelsüblichen Leckerlis als Bindemittel oder Füllstoff.
- Getreidefreie Snacks sind: Fleischriegel, Kauartikel, gefriergetrocknete Produkte, Gemüse.
- „Grain-free" und „glutenfrei" sind nicht dasselbe.
- Konsequenz ist entscheidend: auch ein einzelner Getreide-Snack kann Symptome auslösen.
- Im Zweifel Tierärztin konsultieren und Eliminationsdiät durchführen.
