Hunde sind neugierig und opportunistische Fresser — was riecht und erreichbar ist, landet oft im Maul. Einige alltägliche Lebensmittel sind für Menschen harmlos, für Hunde aber gefährlich. Diese Liste sollte jeder Hundehalter kennen.
Höchste Priorität: sofort zum Tierarzt
Weintrauben und Rosinen Auch kleine Mengen können bei Hunden zu akutem Nierenversagen führen. Der genaue Giftstoff ist noch nicht vollständig identifiziert — deshalb gibt es keine sichere Mindestmenge. Jede Menge ist ein Notfall.
Schokolade und Kakao Enthält Theobromin, das Hunde viel langsamer abbauen als Menschen. Dunkle Schokolade und Backschokolade sind am gefährlichsten — schon kleine Mengen können Herzrhythmusstörungen, Zittern und Krampfanfälle auslösen. Milchschokolade ist weniger konzentriert, aber bei kleinen Hunden trotzdem gefährlich.
Xylitol (Birkenzucker, E967) Enthalten in zuckerfreiem Kaugummi, manchen Bonbons, einigen Backzutaten und manche Erdnussbutter-Sorten. Verursacht bei Hunden einen lebensbedrohlichen Blutzuckerabfall (Hypoglykämie) und kann Leberversagen auslösen.
Macadamia-Nüsse Können Lähmungserscheinungen, Erbrechen, Zittern und hohes Fieber verursachen. Genaues Toxin unbekannt, Wirkung aber gut dokumentiert.
Kaffeebohnen und starker Kaffee Koffein ist für Hunde toxisch. Kaffeebohnen, Kaffeesatz, Energy Drinks.
Meiden, aber kein sofortiger Notfall bei kleinen Mengen
Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch Enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die rote Blutkörperchen zerstören (hämolytische Anämie). Betrifft alle Alliumgewächse, auch getrocknet oder im Pulver. Kumulative Wirkung — kleine Mengen über Zeit summieren sich.
Avocado Das Fruchtfleisch enthält Persin — für Hunde potentiell toxisch. Pit und Schale sind deutlich giftiger. Manche Hunde vertragen kleine Fruchtfleischmengen, aber das Risiko rechtfertigt den Verzicht.
Alkohol Auch kleine Mengen können einen Hund in ernste Gefahr bringen. Alkohol wirkt auf Hunde viel intensiver als auf Menschen.
Rohe Hefe (Brotteig) Teiggärung im Magenbereich produziert Alkohol und kann zu Magenblähung und -drehung führen — ein lebensbedrohlicher Notfall.
Nüsse (außer Macadamia) Viele Nüsse (Walnüsse, Pekannüsse) können schimmelig sein und Mykotoxine enthalten. Paranüsse sind sehr selenhhaltig — selektiv problematisch. Erdnüsse (ohne Salz, Zucker, Xylitol) sind in kleinen Mengen meistens unbedenklich.
Süßkirschen, Pfirsich, Aprikose (Kerne) Die Kerne enthalten Amygdalin. Das Fruchtfleisch ist in kleinen Mengen okay.
Was bei Vergiftungsverdacht zu tun ist
- Sofort Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst anrufen
- Beschreiben, was und wie viel der Hund gefressen hat
- Nicht selbst Erbrechen auslösen — das entscheidet der Tierarzt
- Verpackung oder Reste mitbringen
Die Giftstoffhotline für Tiere in Deutschland: 0900 1 990 990 (Tier-Giftnotruf Berlin)
