Wenn dein Hund einen Magen-Darm-Infekt überstanden hat und endlich wieder Appetit zeigt, ist die Versuchung groß, schnell wieder zum gewohnten Futter zurückzukehren. Genau das kann jedoch zu einem Rückfall führen. Der Darm braucht nach einer Erkrankung Zeit, um sich wieder an die normale Kost zu gewöhnen.
Warum der Darm nach Krankheit empfindlicher ist
Während eines Magen-Darm-Infekts ist die Darmschleimhaut oft entzündet oder gereizt, und die Zusammensetzung der Darmflora kann sich verändert haben. Auch wenn dein Hund äußerlich schon wieder fit wirkt, braucht die Darmschleimhaut meist noch einige Tage, um sich vollständig zu erholen.
Wird in dieser Phase zu schnell auf das normale, oft fettreichere und proteinreichere Alltagsfutter umgestellt, kann das den noch empfindlichen Darm überfordern. Häufig folgt darauf ein erneuter Schub von weichem Stuhl oder Durchfall – und der Hund steht wieder am Anfang.
Der typische Ablauf nach Schonkost
Schonkost – meist eine Kombination aus leicht verdaulichem, gekochtem Fleisch wie Hühnchen oder Pute und einer Kohlenhydratquelle wie Reis – wird so lange gegeben, bis der Kot sich wieder normalisiert hat und stabil bleibt. Erst danach beginnt die eigentliche Umstellung zurück zum Alltagsfutter.
Diese Rückumstellung sollte über mehrere Tage erfolgen, indem der Anteil des Alltagsfutters schrittweise erhöht und der Anteil der Schonkost entsprechend reduziert wird. Eine grobe Orientierung sind etwa fünf bis sieben Tage, in denen sich die Anteile langsam verschieben – bei empfindlichen Hunden kann es auch länger dauern.
Worauf du während der Umstellung achten solltest
Beobachte den Stuhl deines Hundes während der gesamten Übergangsphase genau. Wird der Stuhl nach einer Erhöhung des Alltagsfutter-Anteils wieder weicher, ist das ein Signal, einen Schritt zurückzugehen und den vorherigen Anteil noch ein paar Tage länger beizubehalten, bevor du erneut steigerst.
Auch das Fütterungsverhalten gibt Hinweise: Frisst dein Hund die Schonkost-Mischung mit Appetit, ist das ein gutes Zeichen. Verweigert er plötzlich das Futter oder wirkt er erneut unwohl, solltest du die Umstellung verlangsamen oder pausieren.
Wann eine längere Übergangsphase sinnvoll ist
Bei Hunden, die schon vorher einen empfindlichen Magen hatten, oder nach schwereren oder länger andauernden Erkrankungen kann eine längere, vorsichtigere Übergangsphase sinnvoll sein. In manchen Fällen empfiehlt der Tierarzt auch, vorübergehend auf ein speziell für die Genesung geeignetes Futter umzusteigen, bevor es zurück zum gewohnten Alltagsfutter geht.
Sprich bei wiederholten Rückfällen oder bei chronisch empfindlichen Hunden mit deinem Tierarzt darüber, ob das bisherige Alltagsfutter überhaupt die richtige Wahl ist oder ob eine dauerhafte Anpassung sinnvoller wäre.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich Schonkost geben, bevor ich mit der Umstellung beginne? Das hängt vom Verlauf der Erkrankung ab. Als grobe Richtung gilt: Der Stuhl sollte sich über ein bis zwei Tage hinweg stabil normal zeigen, bevor die schrittweise Rückumstellung beginnt. Bei Unsicherheit ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt sinnvoll.
Mein Hund bekommt nach der Umstellung wieder weichen Stuhl – was nun? Geh einen Schritt in der Umstellung zurück, also erhöhe vorübergehend wieder den Anteil der Schonkost und reduziere das Alltagsfutter. Wenn sich der Stuhl wieder normalisiert hat, kannst du die Umstellung langsamer fortsetzen.
Kann ich die Umstellung beschleunigen, wenn mein Hund schon wieder fit wirkt? Auch wenn dein Hund äußerlich munter wirkt, braucht die Darmschleimhaut Zeit zur Erholung. Eine zu schnelle Umstellung erhöht das Risiko eines Rückfalls. Es lohnt sich, lieber ein paar Tage länger geduldig zu sein.
Das Wichtigste in Kürze
- Nach einem Magen-Darm-Infekt braucht der Darm auch nach äußerlicher Genesung noch Zeit zur Erholung.
- Die Rückumstellung von Schonkost zum Alltagsfutter sollte über mehrere Tage schrittweise erfolgen.
- Beobachte den Stuhl während der Umstellung und geh bei weicherem Stuhl einen Schritt zurück.
- Bei empfindlichen Hunden oder schweren Erkrankungen kann eine längere Übergangsphase sinnvoll sein.
- Bei wiederholten Rückfällen lohnt sich ein Gespräch mit dem Tierarzt über das langfristige Futterkonzept.
