Du möchtest das Futter deines Hundes wechseln – vielleicht weil das alte nicht mehr verfügbar ist, du eine bessere Alternative gefunden hast oder dein Tierarzt eine Änderung empfohlen hat. Egal aus welchem Grund: Wie du wechselst, ist genauso wichtig wie zu was du wechselst. Ein abrupter Futterwechsel zählt zu den häufigsten Auslösern von Verdauungsproblemen beim Hund.
Warum der Darm Zeit braucht
Der Verdauungstrakt deines Hundes hat sich an die Zusammensetzung seines bisherigen Futters angepasst: Die Darmbakterien, die Enzyme und die gesamte Darmflora sind auf die gewohnten Zutaten eingestellt. Wenn du von heute auf morgen ein komplett anderes Futter gibst, ist das für den Darm ein Schock. Die Folge ist häufig Durchfall, manchmal auch Erbrechen oder Blähungen.
Der 7-10-Tage-Plan
Eine bewährte Methode ist die schrittweise Erhöhung des neuen Futters über etwa 7 bis 10 Tage: - Tage 1–3: Etwa 25 % neues Futter, 75 % altes Futter - Tage 4–6: Etwa 50 % neues Futter, 50 % altes Futter - Tage 7–9: Etwa 75 % neues Futter, 25 % altes Futter - Ab Tag 10: Nur noch das neue Futter
Bei empfindlichen Hunden kannst du den Zeitraum auf 14 Tage ausdehnen. Das gibt der Darmflora mehr Zeit zur Anpassung.
Auf Signale während der Umstellung achten
Beobachte deinen Hund während der Umstellungsphase genau. Leicht weicherer Kot in den ersten Tagen ist normal und kein Grund zur Sorge. Wenn der Kot über mehrere Tage sehr flüssig bleibt, dein Hund erbricht oder Blut im Kot erscheint, solltest du die Umstellung stoppen und einen Tierarzt aufsuchen.
Besonderheiten bei empfindlichen Hunden
Hunde mit vorbekannten Verdauungsproblemen oder einem empfindlichen Magen brauchen oft noch mehr Zeit. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, die Umstellung mit dem Tierarzt zu besprechen, der den Hund kennt und die Situation einschätzen kann.
Häufige Fragen
Was mache ich, wenn ich das alte Futter gar nicht mehr habe? Wenn das alte Futter plötzlich nicht mehr verfügbar ist, nutze für die ersten Tage eine einfache Schonkost aus gekochtem Hühnchen und Reis als Überbrückung, bevor du das neue Futter einführst. Das gibt dem Darm eine neutrale Basis.
Kann ich auch von Nass- auf Trockenfutter umstellen? Ja, aber auch diese Umstellung sollte schrittweise erfolgen. Die Unterschiede in Wassergehalt, Zusammensetzung und Verdaulichkeit sind erheblich. Geh genauso langsam vor wie bei einem normalen Futterwechsel.
Darf ich das neue Futter mit dem alten mischen? Ja, genau das ist die empfohlene Methode. Du mischst beide Futtersorten in der Schüssel, beginnend mit wenig Neuem und langsam steigernd.
Das Wichtigste in Kürze
- Abrupter Futterwechsel ist eine der häufigsten Ursachen für Durchfall beim Hund.
- Stelle über mindestens 7–10 Tage schrittweise um.
- Bei empfindlichen Hunden den Zeitraum auf bis zu 14 Tage ausdehnen.
- Leicht weicherer Kot in den ersten Tagen ist normal.
- Anhaltender Durchfall oder Blut im Kot: sofort Tierarzt aufsuchen.
