Viele Hunde würden, wenn man sie ließe, deutlich mehr fressen als ihnen guttut. Und viele Hundebesitzer geben ihrem Liebling mit gutem Willen ein bisschen zu viel. Das Problem: Zu große Futtermengen überlasten den Verdauungstrakt und können kurzfristig zu Bauchbeschwerden und langfristig zu Übergewicht führen.
Warum Überfütterung dem Verdauungstrakt schadet
Wenn zu viel Futter auf einmal in den Magen gelangt, kann er es nicht vollständig verdauen. Das nicht vollständig aufgeschlossene Futter gelangt in den Darm und wird dort von Bakterien vergoren – was Blähungen, weichen Stuhl oder Durchfall verursachen kann. Bei größeren Rassen erhöht wiederholtes Überfüttern zudem das Risiko einer gefährlichen Magendrehung.
Wie viel braucht dein Hund wirklich?
Die benötigte Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab: - Körpergewicht und Sollgewicht - Alter (Welpe, Adult, Senior) - Aktivitätslevel - Ob kastriert oder sterilisiert - Fütterungsart (Trocken, Nass, BARF)
Die meisten Futterpackungen geben Orientierungswerte an, die jedoch oft eher großzügig bemessen sind. Halte dich zunächst an die niedrigere Empfehlung und passe sie je nach Körperkondition an. Ideal ist, wenn man die Rippen deines Hundes leicht ertasten, aber nicht sehen kann.
Typische Fallen bei der Portionierung
- Schätzen statt Abmessen: Ohne Waage oder Messbecher schleicht sich schnell mehr ein als gedacht
- Snacks vergessen: Leckerlis und Kauartikel zählen zur täglichen Kalorienbilanz
- Mehrere Futtergeber: Wenn alle Familienmitglieder ihren Hund füttern, summieren sich die Portionen
- Emotionales Füttern: Ein bettelnder Hund sieht zwar niedlich aus, aber Hunger bedeutet Betteln nicht zwangsläufig
Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen
Wiege deinen Hund regelmäßig, idealerweise monatlich. Viele Tierarztpraxen bieten kostenlose Wiegetermine an. Wenn du eine schleichende Gewichtszunahme erkennst, reduziere die Futtermenge leicht und reduziere die Snacks.
Häufige Fragen
Mein Hund frisst immer alles sofort – heißt das, er hat Hunger? Nicht unbedingt. Viele Hunde fressen aus Instinkt schnell und gierig, auch wenn sie satt sind. Das sagt wenig über ihren tatsächlichen Kalorienbedarf aus.
Darf ich die Futtermenge meines Hundes selbst reduzieren? Moderate Anpassungen kannst du selbst vornehmen. Bei deutlichem Übergewicht oder Erkrankungen solltest du eine Diätempfehlung vom Tierarzt einholen.
Was mache ich, wenn mein Hund trotzdem immer bettelt? Strukturiere die Fütterungszeiten klar, füttere nie am Tisch und ignoriere Bettelverhalten konsequent. Füll den Hunger mit spielerischer Beschäftigung statt mit Futter.
Das Wichtigste in Kürze
- Zu große Portionen überlasten den Darm und können Blähungen, Durchfall oder Übelkeit auslösen
- Die ideale Futtermenge hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Futterart ab
- Abmessen statt Schätzen – Waage oder Messbecher nutzen
- Snacks und Leckerlis zur Tagesration dazurechnen
- Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen, Übergewicht früh zu erkennen
