Es klingt einfach, aber es ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung der gefürchteten Magendrehung: Gib deinem Hund vor und nach dem Fressen ausreichend Ruhe. Intensives Spielen, Sport oder Aufregung rund um die Mahlzeit können das Risiko einer Magenüberblähung und damit auch einer Magendrehung erhöhen – besonders bei Hunden mit hohem Grundrisiko.
Warum Bewegung nach dem Fressen problematisch ist
Wenn der Magen voll mit Futter und Luft ist, ist er schwerer und empfindlicher für Positionsveränderungen. Intensive Bewegung nach dem Fressen kann dazu beitragen, dass sich der Magen im Bauchraum verschiebt und das Risiko einer Torsion steigt. Dazu kommt, dass Hunde beim Sport mehr Luft schlucken und der Magen zusätzlich Gas produziert.
Wie viel Ruhe ist sinnvoll?
Die in der Fachwelt am häufigsten genannte Empfehlung lautet: mindestens eine Stunde vor und nach dem Fressen keine intensive körperliche Belastung. Das bedeutet nicht, dass dein Hund völlig reglos sein muss – ein ruhiger Spaziergang zur Toilette ist in der Regel unproblematisch. Was vermieden werden sollte, ist Toben, Apportieren, Rennen, Springen oder intensives Spielen mit anderen Hunden.
Für wen ist diese Regel besonders wichtig?
Obwohl Ruhe um die Mahlzeit für jeden Hund sinnvoll ist, ist sie für bestimmte Rassen besonders wichtig: - Deutsche Dogge, Dobermann, Rottweiler, Irischer Setter - Boxer, Weimaraner, Gordon Setter, Bernhardiner - Generell große und tiefbrüstige Rassen
Wenn du einen Hund dieser Rassen besitzt, sollte die Ruhe nach dem Fressen fester Bestandteil deines Tagesablaufs sein.
Weitere Präventionsmaßnahmen
Ruhe nach dem Fressen ist eine wichtige, aber nicht die einzige Maßnahme. Sie wirkt am besten in Kombination mit: - Mehreren kleinen Mahlzeiten statt einer großen - Anti-Schling-Napf zur Verlangsamung des Fressens - Gegebenenfalls prophylaktischer Gastropexie – bespreche das mit deinem Tierarzt
Häufige Fragen
Reicht eine Stunde Ruhe wirklich aus? Viele Tierärzte nennen eine Stunde als Mindestempfehlung. Bei sehr hochvolumigen Mahlzeiten oder besonders gefährdeten Rassen kann auch etwas mehr Ruhe sinnvoll sein.
Darf ich nach dem Fressen wirklich gar nicht mit meinem Hund spielen? Leichtes, ruhiges Spielen ist anders als intensives Toben. Vermeide alles, was deinen Hund stark in Bewegung versetzt oder aufgeregt macht. Ein kurzer Schmusegang auf dem Sofa ist kein Problem.
Erhöhen erhöhte Futterschüsseln das Magendrehungsrisiko? Die Studienlage dazu ist nicht eindeutig. Besprich mit deinem Tierarzt, was für deinen speziellen Hund sinnvoll ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Mindestens eine Stunde vor und nach dem Fressen keine intensive Bewegung.
- Besonders wichtig für große, tiefbrüstige Rassen.
- Ruhige Spaziergänge zur Toilette sind in der Regel unproblematisch.
- Kombiniere Ruhe mit Anti-Schling-Napf und mehreren kleinen Mahlzeiten.
- Bei Hochrisikorassen prophylaktische Gastropexie mit dem Tierarzt besprechen.
