Normalerweise fällt der Milchzahn aus, wenn der bleibende Zahn von unten nachdrängt. Manchmal passiert das aber nicht — der Milchzahn bleibt stehen, obwohl der bleibende daneben schon durchbricht. Das nennt man einen persistierenden Milchzahn, und es ist kein Bagatellproblem.
Warum persistierende Milchzähne problematisch sind
Ein Zahn, wo eigentlich nur einer stehen sollte, sorgt für Platzmangel und Fehlstellungen. Die Folgen:
- Der bleibende Zahn bricht an der falschen Stelle durch, weil kein Platz ist.
- Fehlgestellte Zähne können in die Maulschleimhaut oder den Gaumen drücken — das ist schmerzhaft.
- Enge Zahnzwischenräume füllen sich schnell mit Futter und Zahnstein.
- Die Putzhygiene wird deutlich schwieriger.
Besonders häufig betroffen sind kleine Rassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Maltese — aber es kann jeden Hund treffen.
Wie du einen persistierenden Milchzahn erkennst
Hebe die Lefzen und schau dir die Bereiche an, wo die bleibenden Zähne durchkommen — typischerweise ab dem 4. bis 6. Monat. Wenn du zwei Zähne nebeneinander siehst, die beide fest sitzen oder beide noch stehen, ist das ein Zeichen für Persistenz.
Am häufigsten betroffen: die Eckzähne (Fangzähne), weil sie die längsten Milchzahnwurzeln haben und am schwersten ausfallen.
Was zu tun ist
Spreche es beim Tierarzt an — idealerweise beim routinemäßigen Impf- oder Checkup-Termin zwischen dem 5. und 7. Monat. Der Tierarzt beurteilt, ob der Milchzahn noch selbst herausfallen könnte oder ob er gezogen werden muss.
Das Ziehen erfolgt oft gleichzeitig mit der Kastration oder einem anderen Eingriff in Narkose, um eine Extra-Narkose zu vermeiden. Bei rechtzeitiger Behandlung können Fehlstellungen oft noch korrigiert werden — der bleibende Zahn hat noch Wachstumsspielraum.
Warte nicht zu lange. Je länger der Milchzahn sitzt, desto mehr ist der bleibende Zahn in eine Fehlstellung gedrängt worden.
Was passiert, wenn man nichts tut?
- Der bleibende Zahn bleibt dauerhaft fehlgestellt
- Chronische Verletzungen der Mundschleimhaut durch Fehlbiss
- Erhöhtes Zahnsteinrisiko in engen Zahnzwischenräumen
- Mögliche Kiefergelenksprobleme
Häufige Fragen
Kann ein persistierender Milchzahn noch von alleine fallen? Manchmal schon — bis zu einem gewissen Alter. Ab dem 7. Monat ist das aber sehr unwahrscheinlich.
Ist das Ziehen gefährlich? Nein, bei guter Voruntersuchung ist die Extraktion ein Routineeingriff.
Welche Rassen sind am häufigsten betroffen? Kleine Rassen generell, besonders Yorkshire Terrier, Chihuahua, Maltese, Zwergpudel.
Das Wichtigste in Kürze
- Persistierende Milchzähne sitzen neben dem durchbrechenden bleibenden Zahn.
- Sie verursachen Fehlstellungen, Schmerz und erhöhten Zahnstein.
- Beim Tierarzt ansprechen — idealerweise zwischen dem 5. und 7. Monat.
- Nicht abwarten: frühzeitiges Ziehen verhindert Folgeschäden.
