🦷 Tipp #28 · 6 Min. Lesezeit

Hund reibt Pfote am Maul: Was das bedeuten könnte

Reibt sich der Hund häufig mit der Pfote am Maul oder am Boden, kann das auf Zahn- oder Maulschmerz hindeuten.

#symptome#verhalten
Hund kratzt sich mit der Pfote am Maul — mögliches Zeichen für Unwohlsein
Hund kratzt sich mit der Pfote am Maul — mögliches Zeichen für Unwohlsein
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Hunde können uns nicht sagen, dass ihnen ein Zahn wehtut. Stattdessen sprechen sie mit Verhalten. Eines der subtilsten, aber aussagekräftigsten Zeichen ist das Reiben der Pfote am Maul oder das Scheuern des Gesichts am Boden. Wer dieses Verhalten erkennt und ernst nimmt, kann früh handeln.

Was dieses Verhalten bedeuten kann

Hunde reiben Pfote oder Gesicht an Dingen, wenn sie an einer Stelle Reiz, Schmerz oder Unbehagen spüren — und versuchen, es wegzureiben oder zu kratzen. Das Maul und der Gesichtsbereich ist dabei oft das Ziel.

Mögliche Ursachen im Bereich Zähne und Maul:

  • Fremdkörper im Maul: Ein Stück Stock, Knochen, Stachel oder anderes Objekt sitzt zwischen den Zähnen oder am Gaumen und verursacht Reizung.
  • Zahnschmerz: Dumpfer oder akuter Schmerz an einem Zahn oder im Zahnfleisch.
  • Zahnwurzelabszess: Druckgefühl und Schmerz können das Reiben auslösen.
  • Wunde im Maul: Schleimhautverletzung durch Hitze, Stacheln (Igelkontakt, Kaktus), scharfes Objekt.

Wie du das Verhalten einordnest

Einmaliges oder gelegentliches Reiben: Weniger besorgniserregend — könnte ein Juckreiz, eine Fliege oder ein kurzes Unbehagen sein.

Häufiges, wiederholtes Reiben: Besonders wenn es mehrmals täglich vorkommt, anhält oder sich intensiviert, ist das ein Signal, das du ernst nimmst.

Reiben kombiniert mit anderen Zeichen: Wenn der Hund gleichzeitig weniger frisst, sabbert, den Kopf schüttelt oder die Schnauze an Möbeln reibt — dann ist ein Tierarztbesuch dringend angebracht.

Was du tun solltest

  1. Ruhige Maulkontrolle: Leuchte ins Maul und schau, ob du etwas Auffälliges siehst — Fremdkörper, Rötung, Schwellung.
  1. Berührungsreaktion prüfen: Tippe sanft an verschiedene Stellen der Schnauze und Backenbereiche. Reagiert der Hund auffällig auf eine bestimmte Stelle?
  1. Tierarzt kontaktieren: Wenn du nichts siehst, aber das Verhalten anhält, zum Tierarzt. Viele Ursachen sind von außen nicht erkennbar.

Was du nicht tun solltest

Versuche nicht, selbst nach Fremdkörpern zu suchen, die du nicht direkt siehst. Unsachgemäße Versuche können Gegenstände tiefer schieben oder das Gewebe verletzen.

Häufige Fragen

Mein Hund macht das ab und zu schon länger. Ist das normal? Gelegentlich ist es oft harmlos. Wenn es häufiger wird oder neue Zeichen dazukommen, abklären lassen.

Könnte das auch Allergien sein? Ja — Juckreiz durch Allergien kann im Gesichtsbereich auftreten. Wenn das Maul selbst unauffällig ist, kann das eine Spur sein.

Was, wenn der Hund mich nicht ins Maul schauen lässt? Das kann selbst ein Zeichen sein — Schmerz macht Hunde empfindlicher gegenüber Berührungen. Dann bitte direkter Tierarzttermin ohne weiteres Untersuchen zu Hause.

Das Wichtigste in Kürze

  • Häufiges Reiben der Pfote am Maul ist kein harmloser Tick, sondern ein Verhaltenssignal.
  • Mögliche Ursachen: Fremdkörper, Zahnschmerz, Abszess, Wunde im Maul.
  • Maulkontrolle machen und zeitnah zum Tierarzt bei anhaltendem Verhalten.
  • Nicht selbst nach unsichtbaren Fremdkörpern suchen.

Weiterführende Informationen

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Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

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