Warum Verfügbarkeit Verhalten steuert
Eine einfache, aber wirkungsvolle Erkenntnis aus der Verhaltensforschung gilt auch für Hundehalter: Was leicht verfügbar ist, wird häufiger genutzt. Steht ein Snackbeutel griffbereit auf der Arbeitsfläche, wird er häufiger geöffnet als ein Snack, der erst aus dem Keller geholt werden müsste. Diese Logik lässt sich für die Diät nutzen — in beide Richtungen.
Wenn der Futterschrank voll mit hochkalorischen Kausnacks, Trainingsleckerlis in großen Mengen und "Resten" aus besseren Zeiten ist, wird die Versuchung, etwas davon zu geben, ständig präsent sein. Räumt man diese Dinge aus dem Weg, sinkt auch die Häufigkeit, mit der sie gegeben werden — fast automatisch.
Was beim Ausmisten zu prüfen ist
Ein guter Ausgangspunkt ist eine ehrliche Inventur: Was befindet sich aktuell im Futterschrank, und passt das noch zur Diät? Hochkalorische Kausnacks, fertige "Belohnungs-Sticks" mit hohem Fettanteil, übrig gebliebene Tütchen von Probepackungen — vieles davon sammelt sich über die Zeit an, ohne dass es bewusst gekauft wurde, "weil es eben da war".
Das heißt nicht, dass dein Hund nie wieder einen Kausnack bekommen soll. Es geht darum, die Auswahl im Schrank so zu gestalten, dass die griffbereiten Optionen zur Diät passen — kalorienarme Kausnacks (siehe Tipp 20), Gemüse als Snack (siehe Tipp 7) oder kleine Trainingsleckerlis (siehe Tipp 39).
Was tun mit den ausgemisteten Snacks
Wegwerfen fühlt sich für viele Halter falsch an — schließlich hat man dafür bezahlt. Hier hilft ein Perspektivwechsel: Die Kosten sind bereits entstanden, unabhängig davon, ob der Snack gegeben wird oder nicht. Die einzige Frage ist, ob er jetzt noch zusätzliche Kalorien zur Diät hinzufügt.
Wenn Wegwerfen schwerfällt, ist eine Alternative, die Snacks bewusst und dosiert in die Tagesration einzurechnen (siehe Tipp 38) und sie aufzubrauchen, statt sie "nebenbei" zusätzlich zu geben — und danach keine neuen hochkalorischen Snacks mehr nachzukaufen.
Den Schrank diät-freundlich neu organisieren
Nach dem Ausmisten lohnt sich eine bewusste Neuorganisation: Die kalorienarmen, diät-freundlichen Optionen kommen an die griffbereiten Stellen, alles andere — falls überhaupt noch vorhanden — wandert weiter weg oder wird in kleinen, abgezählten Portionen separat aufbewahrt.
So wird die "bequeme" Wahl automatisch zur diät-freundlichen Wahl — ganz ohne, dass dabei jedes Mal eine bewusste Entscheidung nötig ist.
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist, beim Ausmisten nur die offensichtlich großen Snackpackungen zu entfernen, aber die kleinen, "harmlos" wirkenden Reste in Schubladen zu übersehen — diese werden oft beiläufig verfüttert, gerade weil sie unauffällig sind. Ein anderer Fehler ist, nach dem Ausmisten die gleichen hochkalorischen Snacks einfach wieder nachzukaufen, weil "der Hund die ja so gerne mag" — die Vorliebe für Snacks lässt sich auch auf kalorienärmere Alternativen übertragen.
Wann zum Tierarzt
Dieser Tipp ist primär organisatorisch. Bei der Frage, welche Snacks generell zur Diät deines Hundes passen, kann der Tierarzt eine gute Orientierung geben.
Fazit
Ein aufgeräumter, diät-freundlich sortierter Futterschrank macht die richtige Wahl zur einfachen Wahl. Was nicht griffbereit ist, wird seltener gegeben — ein kleiner organisatorischer Schritt mit großer Wirkung.
