Warum Kohlenhydrate bei der Diät eine Rolle spielen
Beim Thema Hundeernährung und Abnehmen geht es oft zuerst um die Menge und den Fettgehalt des Futters. Ein Aspekt, der dabei manchmal zu kurz kommt, ist die Zusammensetzung der Energie, die ein Futter liefert — insbesondere der Anteil an Kohlenhydraten, also Stärke und Zucker aus Getreide, Kartoffeln oder anderen stärkehaltigen Zutaten.
Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht für Hunde. Sie liefern Energie und können, in Form von Ballaststoffen, sogar zur Sättigung beitragen (siehe Tipp 17). Problematisch wird es, wenn ein Futter sehr stärkereich ist und der Hund dadurch viel Energie aufnimmt, ohne dass diese Energie sinnvoll genutzt wird — etwa weil er sich kaum bewegt.
Das Verhältnis von Protein zu Kohlenhydraten
Bei der Diät kann es sinnvoll sein, auf ein ausgewogenes Verhältnis von Protein zu Kohlenhydraten zu achten. Proteinreiches Futter trägt dazu bei, die Muskulatur während der Gewichtsabnahme zu erhalten (siehe Tipp 36), während ein moderater Kohlenhydratanteil verhindert, dass zu viel "leere" Energie aufgenommen wird, die der Körper als Fett einlagert, wenn sie nicht verbraucht wird.
"Moderat" bedeutet hier nicht "kohlenhydratfrei". Eine vollständige Vermeidung von Kohlenhydraten ist für Hunde weder notwendig noch in den meisten handelsüblichen Futtersorten praktikabel. Es geht vielmehr darum, sehr stärkereiche Futtersorten kritisch zu betrachten, wenn dein Hund abnehmen soll.
Wie du den Kohlenhydratanteil einschätzt
Auf der Verpackung von Hundefutter findest du meist Angaben zu Protein, Fett, Rohfaser und Rohasche. Der Kohlenhydratanteil wird oft nicht direkt ausgewiesen, lässt sich aber näherungsweise abschätzen, indem man die anderen Bestandteile sowie den Feuchtigkeitsgehalt von 100 Prozent abzieht. Bei sehr günstigen Trockenfuttersorten mit hohem Getreideanteil ist der verbleibende Anteil oft entsprechend hoch.
Du musst hier keine exakte Rechnung aufmachen. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt schon einen guten Eindruck: Stehen Getreide oder andere stärkehaltige Zutaten an erster Stelle und mehrfach in der Liste, deutet das auf einen hohen Kohlenhydratanteil hin.
Praktische Umsetzung bei der Futterauswahl
Bei der Auswahl eines Diätfutters lohnt es sich, Sorten zu vergleichen, bei denen Fleisch oder andere proteinreiche Zutaten weiter vorne in der Zutatenliste stehen und der Getreideanteil moderater ausfällt. Viele speziell für übergewichtige Hunde entwickelte Futtersorten berücksichtigen dieses Verhältnis bereits (siehe Tipp 54).
Wenn du unsicher bist, welches Futter für deinen Hund passt, kann ein Futter-Finder-Tool helfen, Optionen zu vergleichen, die zu seinem Profil passen.
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist, ausschließlich auf den Fettgehalt zu schauen und den Kohlenhydratanteil dabei zu ignorieren — ein fettarmes, aber sehr stärkereiches Futter kann trotzdem viel Energie liefern. Ein anderer Fehler ist, von einem auf den anderen Tag radikal auf ein sehr kohlenhydratarmes Futter umzustellen, ohne die Umstellung einzuschleichen (siehe Tipp 21) — das kann zu Verdauungsproblemen führen.
Individuelle Unterschiede
Wie gut ein Hund mit unterschiedlichen Kohlenhydratanteilen zurechtkommt, ist individuell verschieden. Manche Hunde vertragen stärkereiches Futter gut, andere reagieren mit weniger Sättigung oder unruhigerer Verdauung. Beobachte deinen Hund und sprich Veränderungen in der Fütterung am besten mit deinem Tierarzt ab.
Wann zum Tierarzt
Wenn dein Hund Grunderkrankungen hat, die die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten beeinflussen — etwa Diabetes (siehe Tipp 69) —, ist die Wahl des richtigen Verhältnisses besonders wichtig und sollte unbedingt mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Fazit
Ein moderater Kohlenhydratanteil im Verhältnis zu Protein kann die Diät deines Hundes unterstützen, indem er unnötige "leere" Energie reduziert und gleichzeitig die Muskulatur schont. Ein Blick auf die Zutatenliste ist dafür oft schon ein guter erster Schritt.
