Ein Sprung in den See, ein ausgiebiges Bad in der Wanne oder einfach ein verregneter Spaziergang — Feuchtigkeit gehört zum Hundealltag. Für Hunde mit Allergien oder empfindlicher Haut kann genau diese Feuchtigkeit aber zu einem zusätzlichen Problem werden, wenn sie nicht zeitnah und gründlich entfernt wird.
Warum feuchte Haut problematisch ist
Eine feucht-warme Umgebung ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Hefepilze, die auf der Haut und im Fell jedes Hundes ohnehin natürlicherweise vorkommen. Bei einem gesunden Gleichgewicht der Hautflora richten diese Mikroorganismen keinen Schaden an. Bei Hunden mit Allergien ist die Hautbarriere aber oft bereits geschwächt, und anhaltende Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sich diese Mikroorganismen übermäßig vermehren. Das Ergebnis sind oft zusätzliche Entzündungen, unangenehmer Geruch und verstärkter Juckreiz — zusätzlich zur eigentlichen Allergie.
Besonders kritische Stellen
Manche Körperregionen trocknen von Natur aus schlechter als andere und verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit:
- Hautfalten — bei Rassen mit ausgeprägten Falten im Gesicht, am Hals oder an der Rute sammelt sich Feuchtigkeit besonders leicht
- Zwischen den Zehen und an den Pfotenballen — hier bleibt Wasser nach dem Schwimmen oder bei nassem Wetter oft länger stehen
- Ohren — besonders bei Hunden mit Schlappohren kann Feuchtigkeit im Gehörgang Entzündungen begünstigen
- Achseln und Leistenbereich — dichtes Fell und wenig Luftzirkulation machen diese Bereiche anfällig
Richtig trocknen nach dem Baden oder Schwimmen
Nach dem Baden oder einem Sprung ins Wasser sollte dein Hund gründlich abgetrocknet werden — nicht nur oberflächlich auf dem Rücken, sondern auch an den oben genannten kritischen Stellen. Ein saugfähiges Handtuch reicht für die meisten Bereiche aus. Bei Hautfalten kann es helfen, vorsichtig mit einem weicheren Tuch oder Wattepad nachzuarbeiten, um auch in den Vertiefungen Feuchtigkeit zu entfernen.
Föhne sollten, wenn überhaupt, nur auf niedriger Stufe und mit ausreichendem Abstand verwendet werden, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen oder zu verbrennen.
Auch nach Regenspaziergängen relevant
Nicht nur das bewusste Baden ist relevant — auch ein ausgiebiger Spaziergang im Regen oder durch nasses Gras kann dazu führen, dass Pfoten und Bauch über längere Zeit feucht bleiben. Besonders bei Hunden, die ohnehin zu Pfotenproblemen oder Ohrenentzündungen neigen, lohnt sich ein kurzer Check und gegebenenfalls Abtrocknen nach jedem nassen Spaziergang, nicht nur nach dem "richtigen" Baden.
Regelmäßige Kontrolle als Gewohnheit
Wer einen Hund mit empfindlicher Haut hat, profitiert davon, das Abtrocknen und einen kurzen Blick auf kritische Stellen zur Routine zu machen — ähnlich wie das Zähneputzen oder die Pfotenkontrolle. So fallen beginnende Rötungen, ein unangenehmer Geruch oder vermehrtes Lecken an bestimmten Stellen frühzeitig auf, bevor sich eine größere Entzündung entwickelt.
Wann der Tierarzt einbezogen werden sollte
Wenn trotz regelmäßigem Trocknen wiederholt Rötungen, Geruch, vermehrtes Kratzen an Pfoten oder Ohren auftreten, kann das auf eine beginnende bakterielle oder Hefepilz-bedingte Entzündung hindeuten, die zusätzlich zur Allergie behandelt werden muss. In solchen Fällen sollte ein Tierarzt die betroffenen Stellen beurteilen, da hier gegebenenfalls eine gezielte Behandlung notwendig ist.
Häufige Fragen
Reicht ein Handtuch aus, oder brauche ich spezielle Produkte? Für die meisten Hunde reicht ein saugfähiges Handtuch völlig aus. Bei sehr anfälligen Stellen kann dein Tierarzt zusätzliche Pflegeprodukte empfehlen.
Mein Hund hat sehr ausgeprägte Hautfalten — was kann ich zusätzlich tun? Bei Faltenrassen lohnt sich eine regelmäßige Routine, bei der die Falten sanft auseinandergezogen und trocken getupft werden. Sprich mit deinem Tierarzt über eine geeignete Pflege.
Wie oft sollte ich die Ohren nach dem Schwimmen kontrollieren? Nach jedem Schwimmen ist eine kurze Kontrolle sinnvoll, besonders bei Hunden mit Schlappohren oder bekannter Neigung zu Ohrenentzündungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Feuchte Haut begünstigt das übermäßige Wachstum von Bakterien und Hefepilzen
- Hautfalten, Zehenzwischenräume, Ohren und Achseln verdienen besondere Aufmerksamkeit
- Nach Baden, Schwimmen und Regenspaziergängen gründlich abtrocknen
- Regelmäßige Kontrolle hilft, beginnende Entzündungen früh zu erkennen
- Bei wiederholten Rötungen oder Geruch den Tierarzt einbeziehen
