Juckende Ohren, Kopfschütteln, ein unangenehmer Geruch oder vermehrtes Ohrenschmalz – wiederkehrende Ohrprobleme gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen von Allergien beim Hund. Wer einen Allergiker zu Hause hat, sollte die Ohren daher regelmäßig im Blick behalten.
Warum Allergiker anfälliger für Ohrprobleme sind
Die Haut im Gehörgang reagiert ähnlich wie die Haut an anderen Körperstellen auf allergische Prozesse. Bei einer Allergie – sei es eine Futtermittelallergie oder eine Umweltallergie – kann es im Gehörgang zu vermehrter Entzündung, erhöhter Talg- und Ohrenschmalzproduktion sowie einem veränderten Hautmilieu kommen. Dieses veränderte Milieu begünstigt wiederum die Vermehrung von Bakterien oder Hefepilzen, was zusätzliche Entzündungen nach sich ziehen kann.
Das Ergebnis ist häufig ein wiederkehrendes Problem: Die Ohren werden behandelt, beruhigen sich für eine Weile, und nach einiger Zeit treten erneut Symptome auf – solange die zugrunde liegende Allergie nicht adressiert wird.
Worauf solltest du bei der Kontrolle achten?
Eine regelmäßige, sanfte Kontrolle der Ohren kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Achte auf:
- Geruch: Ein auffälliger, unangenehmer Geruch aus dem Ohr ist oft eines der ersten Anzeichen.
- Farbe und Menge des Ohrenschmalzes: Vermehrtes, dunkles oder ungewöhnlich riechendes Ohrenschmalz kann ein Warnsignal sein.
- Rötung oder Schwellung: Die Innenseite der Ohrmuschel und der sichtbare Bereich des Gehörgangs sollten unauffällig rosa, nicht gerötet oder geschwollen sein.
- Verhalten: Häufiges Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren, schiefes Halten des Kopfes oder Schmerzempfindlichkeit beim Berühren der Ohren sind Hinweise auf ein Problem.
Wie reinigst du die Ohren richtig?
Eine sanfte, regelmäßige Reinigung kann dazu beitragen, überschüssiges Ohrenschmalz zu entfernen und das Risiko von Entzündungen zu reduzieren – sie ersetzt aber keine Behandlung bei bereits bestehenden Problemen.
- Verwende ausschließlich speziell für Hunde entwickelte Ohrreiniger, niemals Wasser, Alkohol oder Wattestäbchen, die tief in den Gehörgang eindringen können.
- Gib eine angemessene Menge des Reinigers in das Ohr, massiere die Ohrbasis sanft, damit sich der Reiniger verteilt, und lasse den Hund anschließend den Kopf schütteln.
- Wische überschüssigen Reiniger und gelöstes Ohrenschmalz mit einem weichen Tuch oder Wattepad vorsichtig aus dem sichtbaren Bereich der Ohrmuschel.
- Bei akuten Entzündungen, Schmerzen oder Verletzungen sollte vor einer Reinigung der Tierarzt konsultiert werden, da bestimmte Reinigungsmittel bei verletztem Trommelfell schädlich sein können.
Wie oft sollten die Ohren kontrolliert werden?
Eine pauschale Häufigkeit lässt sich nicht festlegen, da dies von der individuellen Veranlagung des Hundes abhängt. Bei Hunden mit bekannter Allergie und wiederkehrenden Ohrproblemen kann eine wöchentliche Kontrolle sinnvoll sein, während eine Reinigung nur bei tatsächlichem Bedarf erfolgen sollte – zu häufiges Reinigen kann das natürliche Gleichgewicht im Gehörgang ebenfalls stören.
Im Zweifel kann der Tierarzt eine individuelle Empfehlung geben, wie oft Kontrolle und Reinigung bei deinem Hund sinnvoll sind.
Wann ist ein Tierarztbesuch notwendig?
Bei folgenden Anzeichen sollte zeitnah eine tierärztliche Untersuchung erfolgen:
- Starker, unangenehmer Geruch trotz Reinigung
- Sichtbare Rötung, Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit
- Anhaltendes Kopfschütteln oder Kratzen
- Ausfluss aus dem Ohr, der nicht dem normalen Ohrenschmalz entspricht
- Wiederkehrende Ohrentzündungen, auch wenn sie zwischenzeitlich abgeklungen sind
Wiederkehrende Ohrprobleme bei einem Hund mit bekannter Allergie sind ein guter Anlass, mit dem Tierarzt auch über die Behandlung der Grunderkrankung zu sprechen – denn nur eine isolierte Behandlung der Ohren ohne Berücksichtigung der Allergie führt häufig zu einem wiederholten Kreislauf.
Häufige Fragen
Kann ich die Ohren meines Hundes selbst reinigen, oder sollte das immer der Tierarzt machen? Eine sanfte Reinigung mit geeignetem Ohrreiniger kann von Halterinnen und Haltern in der Regel selbst durchgeführt werden. Bei akuten Problemen oder Unsicherheit ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle.
Wie erkenne ich, ob mein Hund Schmerzen im Ohr hat? Anzeichen können sein: Der Hund lässt eine Berührung des Ohrs nicht zu, hält den Kopf schief, wirkt insgesamt unwohl oder reagiert empfindlich beim Streicheln im Kopfbereich.
Sind Ohrprobleme bei manchen Hunderassen häufiger? Rassen mit Hängeohren oder stark behaarten Gehörgängen gelten allgemein als anfälliger für ein feuchtwarmes Milieu im Ohr, was zusätzlich zu einer bestehenden Allergie das Risiko erhöhen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Allergiker-Hunde neigen aufgrund veränderter Hautbedingungen häufiger zu Ohrproblemen.
- Regelmäßige, sanfte Kontrolle hilft, Probleme wie Geruch, Rötung oder vermehrtes Ohrenschmalz frühzeitig zu erkennen.
- Verwende ausschließlich spezielle Ohrreiniger für Hunde, niemals Wattestäbchen tief im Gehörgang.
- Zu häufiges Reinigen kann das natürliche Milieu im Ohr ebenfalls stören.
- Wiederkehrende Ohrentzündungen sollten Anlass sein, auch die zugrunde liegende Allergie tierärztlich anzugehen.
