Während sich Hunde mit Futtermittelallergie meist über die Ernährung managen lassen, ist das bei Umweltallergien wie der atopischen Dermatitis anders: Hier reagiert der Körper auf Stoffe aus der Umgebung – etwa Pollen, Gräser oder Hausstaubmilben. Eine der einfachsten Maßnahmen, um die Belastung zu reduzieren, kostet nicht mehr als ein paar Minuten und etwas Wasser.
Warum Pollen über die Pfoten ein Problem sind
Hunde mit atopischer Dermatitis reagieren oft nicht über die Atemwege wie Menschen mit Heuschnupfen, sondern über die Haut. Allergene wie Pollen, Gräser oder Schimmelsporen lagern sich beim Spaziergang auf dem Fell, den Pfoten und am Bauch ab. Über die Haut können diese Stoffe dann Kontakt mit dem Immunsystem aufnehmen und eine Reaktion auslösen oder verstärken.
Besonders die Pfoten und der Bauchbereich haben während eines Spaziergangs intensiven Kontakt mit Gräsern, Wiesen und dem Boden – hier sammeln sich Pollen und andere Allergene besonders stark.
Die einfache Routine: Abspülen nach dem Spaziergang
Eine der unkompliziertesten Maßnahmen ist, die Pfoten und gegebenenfalls den Bauch deines Hundes nach jedem Spaziergang mit klarem, lauwarmem Wasser abzuspülen. Das entfernt einen Teil der anhaftenden Pollen und Allergene, bevor sie sich weiter im Fell verteilen oder über die Haut aufgenommen werden können.
Wichtige Punkte dabei:
- Lauwarmes Wasser verwenden, nicht zu heiß und nicht zu kalt
- Auf spezielle Reinigungstücher oder mildes, für Hunde geeignetes Shampoo zurückgreifen, wenn reines Wasser nicht ausreicht
- Besonders gründlich zwischen den Zehen und an den Ballen reinigen, da sich dort viele Allergene festsetzen können
- Nach dem Abspülen die Pfoten gut abtrocknen, um Feuchtigkeit zwischen den Zehen zu vermeiden
Wann diese Routine besonders wichtig ist
Die Belastung durch Pollen schwankt je nach Jahreszeit und Wetterlage. An Tagen mit hoher Pollenbelastung – etwa bei trockenem, windigem Wetter während der Hauptblütezeit bestimmter Pflanzen – kann das Abspülen der Pfoten besonders sinnvoll sein. Manche Hundehalter orientieren sich dabei an allgemeinen Pollenflug-Informationen, die für Allergiker auch beim Menschen verbreitet werden.
Mehr als nur die Pfoten
Je nach Fellbeschaffenheit und Größe deines Hundes kann es sinnvoll sein, nicht nur die Pfoten, sondern auch den Bauch und gegebenenfalls die Beininnenseiten abzuwischen oder abzuspülen. Bei Hunden mit langem Fell oder dichter Unterwolle sammeln sich Pollen leichter und länger im Fell.
Eine Maßnahme von vielen
Das Abspülen der Pfoten ersetzt keine tierärztliche Behandlung einer Umweltallergie, sondern ist eine ergänzende Maßnahme im Alltag. Bei atopischer Dermatitis arbeiten viele Tierärzte mit einem Gesamtkonzept, das je nach Fall verschiedene Bausteine wie Hautpflege, Ernährung, Juckreiz-Management und gegebenenfalls Medikamente kombiniert. Das Abspülen der Pfoten kann in einem solchen Konzept ein einfacher, aber sinnvoller zusätzlicher Baustein sein.
Häufige Fragen
Reicht es, die Pfoten nur bei sichtbarem Schmutz abzuspülen? Pollen sind oft mit dem Auge nicht erkennbar, auch wenn die Pfoten sauber aussehen. Bei bekannter Pollenallergie kann das regelmäßige Abspülen nach jedem Spaziergang sinnvoll sein, unabhängig vom optischen Zustand.
Kann ich auch Feuchttücher statt Wasser verwenden? Spezielle, für Hunde geeignete Reinigungstücher können eine praktische Alternative sein, besonders unterwegs. Achte darauf, dass sie keine reizenden Inhaltsstoffe enthalten, vor allem bei empfindlicher Haut.
Hilft das Abspülen auch bei Hausstaubmilbenallergie? Direkt weniger, da Hausstaubmilben vor allem in der Wohnumgebung eine Rolle spielen. Hier sind andere Maßnahmen wie das Waschen von Hundedecken relevanter.
Das Wichtigste in Kürze
- Pollen lagern sich beim Spaziergang besonders an Pfoten und Bauch ab
- Abspülen mit lauwarmem Wasser nach dem Spaziergang kann den Allergenkontakt reduzieren
- Besonders wichtig an Tagen mit hoher Pollenbelastung
- Pfoten danach gut abtrocknen, um Feuchtigkeit zwischen den Zehen zu vermeiden
- Diese Maßnahme ergänzt, ersetzt aber nicht die tierärztliche Behandlung von Umweltallergien
