🤧 Tipp #24 · 6 Min. Lesezeit

Sekundärinfektionen bei Hundeallergien: Warum sie mitbehandelt werden müssen

Aufgekratzte Haut entzündet sich oft bakteriell oder mit Hefepilzen. Diese Sekundärinfektionen müssen mitbehandelt werden, sonst bleibt der Juckreiz bestehen.

#haut#infektion
Tierarzt untersucht gereizte, entzündete Hautstelle bei einem Hund
Tierarzt untersucht gereizte, entzündete Hautstelle bei einem Hund
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Manchmal scheint eine Allergiebehandlung trotz aller Bemühungen nicht so recht zu wirken – das Diätfutter wurde umgestellt, der Flohschutz ist lückenlos, und trotzdem bleibt der Juckreiz. Ein häufig übersehener Grund dafür: zusätzliche Infektionen, die sich auf der bereits gereizten Haut entwickelt haben.

Wie es zu Sekundärinfektionen kommt

Bei einer Allergie ist die Haut oft chronisch gereizt, gerötet und durch ständiges Kratzen, Lecken oder Beißen zusätzlich geschädigt. Diese geschädigte Hautoberfläche bietet einen idealen Nährboden für Bakterien und Hefepilze, die unter normalen Bedingungen kein Problem darstellen würden, sich auf entzündeter Haut aber leichter ausbreiten können.

Man spricht hier von Sekundärinfektionen – also Infektionen, die als Folge eines bereits bestehenden Problems (der Allergie) entstehen, nicht als dessen ursprüngliche Ursache.

Typische Anzeichen für eine Sekundärinfektion

Während die Grundsymptome einer Allergie – Juckreiz, Rötung, Hautveränderungen – oft schleichend verlaufen, können folgende zusätzliche Anzeichen auf eine Sekundärinfektion hindeuten:

  • Ein unangenehmer, leicht süßlicher oder fauliger Geruch der Haut oder Ohren
  • Fettige, schuppige oder krustige Hautveränderungen
  • Verstärkte Rötung oder Dunkelfärbung der Haut in bestimmten Bereichen
  • Pusteln oder kleine, eitergefüllte Erhebungen
  • Ein plötzlicher, deutlicher Anstieg des Juckreizes, der vorher unter Kontrolle schien

Warum die Mitbehandlung so wichtig ist

Hier liegt ein zentraler Punkt: Selbst wenn die zugrunde liegende Allergie korrekt identifiziert und behandelt wird – etwa durch ein passendes Diätfutter oder konsequenten Flohschutz – kann der Juckreiz bestehen bleiben oder sich nur teilweise verbessern, solange eine zusätzliche bakterielle oder Pilzinfektion unbehandelt bleibt.

Diese Infektionen erzeugen ihren eigenen Juckreiz und ihre eigene Entzündungsreaktion, die sich mit der allergiebedingten Symptomatik überlagert. Wird nur die Allergie behandelt, bleibt ein Teil der Beschwerden bestehen – was leicht als "die Allergiebehandlung wirkt nicht" missverstanden werden kann, obwohl eigentlich die Infektion das Problem ist.

Wie Sekundärinfektionen behandelt werden

Die Behandlung von Sekundärinfektionen liegt in tierärztlicher Hand und richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der Infektion. Mögliche Maßnahmen, die der Tierarzt je nach Befund einsetzen kann, umfassen:

  • Spezielle medizinische Shampoos oder Lösungen mit antimikrobiellen Wirkstoffen
  • Lokal aufgetragene Präparate für stärker betroffene Stellen
  • Bei ausgedehnteren Infektionen gegebenenfalls systemische Behandlungen

Wichtig ist, dass eine Sekundärinfektion nicht "von selbst" mit abheilt, nur weil die Allergie behandelt wird – sie braucht in der Regel eine eigene, gezielte Behandlung.

Der Teufelskreis zwischen Allergie und Infektion

Allergie und Sekundärinfektion können sich gegenseitig verstärken: Die Allergie schädigt die Haut, die geschädigte Haut begünstigt die Infektion, und die Infektion verstärkt wiederum Juckreiz und Entzündung – was den Hund noch mehr kratzen lässt und die Haut weiter schädigt. Diesen Kreislauf zu durchbrechen erfordert oft, beide Aspekte – Allergie und Infektion – gleichzeitig anzugehen.

Regelmäßige Kontrollen sinnvoll

Bei Hunden mit chronischen Allergien kann es sinnvoll sein, die Haut regelmäßig vom Tierarzt kontrollieren zu lassen, auch wenn die Allergie selbst gut eingestellt scheint. So können sich entwickelnde Sekundärinfektionen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie zu einem größeren Problem werden.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob es sich um eine Allergie oder eine Infektion handelt? Häufig liegt beides gleichzeitig vor. Eine eindeutige Unterscheidung und Diagnose kann in der Regel nur der Tierarzt anhand einer Untersuchung, manchmal auch mit zusätzlichen Tests wie Hautabstrichen, vornehmen.

Kann ich eine Sekundärinfektion selbst mit Hausmitteln behandeln? Davon ist abzuraten. Sekundärinfektionen benötigen meist eine gezielte, auf den Erreger abgestimmte Behandlung, die ein Tierarzt verordnen sollte.

Warum hat mein Hund trotz neuem Diätfutter immer noch Juckreiz? Eine mögliche Erklärung kann eine unbehandelte Sekundärinfektion sein, die unabhängig vom Futter eigene Symptome verursacht. Eine tierärztliche Untersuchung kann das klären.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgekratzte, allergische Haut bietet einen Nährboden für bakterielle und Pilzinfektionen
  • Sekundärinfektionen verursachen eigenen Juckreiz, der zusätzlich zur Allergie besteht
  • Ohne Mitbehandlung der Infektion bleibt der Juckreiz oft trotz Allergietherapie bestehen
  • Anzeichen wie Geruch, Pusteln oder verstärkte Rötung können auf eine Infektion hindeuten
  • Die Behandlung von Sekundärinfektionen gehört in tierärztliche Hand

Weiterführende Informationen

Verwandte Tipps

← Alle Hunde-Allergien-Tipps ansehen

Du willst eine persönliche Futter-Empfehlung?

BELLA fragt nach Rasse, Alter, Gewicht und Gesundheit und empfiehlt in 60 Sekunden die optimale Sorte aus über 11.000 Produkten — kostenlos.

🐕 BELLA fragen →
RS
Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

11.000+

analysierte Futtersorten

2+ J.

Erfahrung mit Tiernahrung & KI

16+

peer-reviewed Quellen