„Zu viel aufgetaut — friere ich den Rest einfach wieder ein." Dieser Gedanke ist verständlich, aber beim Rohfleisch für Hunde ein Fehler, der das Keimrisiko unnötig erhöht.
Warum einmal auftauen die Regel ist
Einfrieren tötet keine Keime — es schläft sie nur ein. Wenn Fleisch auftaut, erwachen die Bakterien und beginnen sich zu vermehren. Beim Wiedereinfrieren werden diese nun zahlreicheren Bakterien erneut „konserviert" und beim nächsten Auftauen wieder aktiv — in größerer Zahl als zuvor.
Das Resultat: Zweimal aufgetautes Fleisch hat eine deutlich höhere Keimlast als frisch aufgetautes. Bei Rohfleisch für Hunde ist das vermeidbar.
Die Lösung: Portionieren vor dem Einfrieren
Der beste Weg, um nicht in diese Situation zu kommen, ist konsequentes Vorportionieren:
- Kaufe größere Mengen und teile sie direkt beim Einkauf oder nach dem Kauf in Einzelportionen auf
- Gefrierbeutel oder Gefrierdosen mit der Tages- oder Mahlzeitsmenge befüllen und beschriften (Inhalt + Datum)
- Niemals ganze Fleischblöcke einfrieren und dann ein Stück abbrechen
Was bei zu viel aufgetautem Fleisch zu tun ist
Wenn doch mehr aufgetaut ist als gebraucht:
- Option 1: Dem Hund etwas mehr geben, sofern verträglich und keine Diät vorliegt
- Option 2: Innerhalb von 24 Stunden verfüttern (aufgetautes Fleisch bleibt im Kühlschrank maximal 24 h haltbar)
- Option 3: Leicht ankochen (verliert dann den rohen Status, aber ist sicher)
- Option 4: Wegwerfen — lieber eine Portion verlieren als Keimrisiko eingehen
Beschriftung ist dein bester Freund
Tiefkühlware ohne Beschriftung führt zwangsläufig zu Unsicherheiten: „War das schon aufgetaut? Wann habe ich das eingefroren?" Beschrifte jeden Beutel mit Inhalt und Einfrierdate. Eine einfache Methode: Masking-Tape und wasserfester Stift.
