Hunde sind zwar primär Fleischfresser, aber keine reinen Karnivoren. Die Darmflora und Darmtätigkeit profitieren von einem kleinen Anteil Ballaststoffe in der Ration — und dieser kommt beim reinen Fleisch-Knochen-Innereien-Plan oft zu kurz.
Was Ballaststoffe im Hundedarm bewirken
Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenfasern. Sie: - Regulieren die Darmpassage (wirken je nach Sorte bei Durchfall oder Verstopfung) - Nähren die Darmbakterien (Prebiotika-Effekt) - Erhöhen das Sättigungsgefühl - Binden überschüssiges Fett im Darm
Beim BARFen ist die Ballaststoffmenge oft sehr gering, weil Knochen und Fleisch nahezu keine Fasern enthalten. Das erklärt den sehr kleinen, festen Kot vieler BARFender Hunde — was an sich positiv ist, aber ein Zeichen dafür, dass kaum unverdauliche Anteile in der Ration sind.
Welche Quellen eignen sich?
Gemüse (püriert oder gekocht): - Karotte, Zucchini, Kürbis, Pastinake, Fenchel - Pürieren wichtig, da Hunde Pflanzenzellwände schlecht aufschließen können
Flohsamenschalen: - Sehr effektiver löslicher Ballaststoff - Quellfähig — immer mit ausreichend Wasser verfüttern - 1–2 TL pro Mahlzeit als Orientierung
Chiasamen: - Reich an löslichen Fasern und Omega-3 - Gequollen verfüttern, nicht trocken
Leinsamen (geschrotet): - Gute Faserquelle, muss geschrotet werden - Enthält Phytoöstrogene — bei intakten Hündinnen dosiert einsetzen
Wie viel ist sinnvoll?
Ballaststoffe sollten beim BARFen einen kleinen, aber regelmäßigen Anteil ausmachen — nicht mehr als 10–15 % der Gesamtration. Zu viel Pflanzenmaterial kann die Nährstoffverfügbarkeit aus dem Fleisch reduzieren.
