🥩 Tipp #3 · 6 Min. Lesezeit

Die BARF-Grundformel kennen

Eine gängige Orientierung: etwa 80 % tierische Anteile und 20 % pflanzliche Anteile. Die genaue Aufteilung hängt vom Hund ab.

#zusammensetzung#grundlagen
BARF-Komponenten aufgeteilt: Fleisch, Knochen, Innereien, Gemüse
BARF-Komponenten aufgeteilt: Fleisch, Knochen, Innereien, Gemüse
Hinweis: Dieser Tipp dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Krankheitssymptomen, vor Diäten und besonderen Fütterungsformen wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Die 80/20-Regel kursiert in fast jedem BARF-Forum: 80 % tierische Anteile, 20 % pflanzlich. Doch was steckt dahinter, wie gliedert sich die tierische Seite auf — und wann stimmt diese Formel gar nicht?

Die klassische Aufteilung

Die BARF-Grundformel teilt die tierischen 80 % folgendermaßen auf:

  • Muskelfleisch: ca. 60–70 % der Gesamtration
  • Fleischige Knochen: ca. 10–15 % der Gesamtration
  • Innereien (davon ca. ½ Leber): ca. 5–10 % der Gesamtration
  • Pflanzliches (Gemüse, etwas Obst): ca. 20 % der Gesamtration
  • Öle und Ergänzungen: Zusatz nach Bedarf

Diese Zahlen sind Orientierungswerte, keine Gesetze. Sie stammen aus der Beobachtung, dass Beutetiere zu großen Teilen aus Muskelfleisch und Knochen bestehen und pflanzliche Anteile vor allem über den Mageninhalt des Beutetieres aufgenommen wurden.

Warum die Formel variiert

Kein Hund ist gleich. Faktoren, die die Aufteilung verschieben:

  • Knochenanteile: Hunde, die keinen frischen Knochen bekommen, brauchen einen Kalziumersatz (z. B. Eierschalenmehl). Der Knochenanteil entfällt dann.
  • Innereien: Leber ist vitamin-A-reich und darf nicht beliebig erhöht werden. Andere Innereien wie Lunge haben ein anderes Nährstoffprofil.
  • Pflanzliches: Manche Hunde vertragen oder mögen weniger Gemüse. Die 20 % sind eine Orientierung, kein Dogma.
  • Ölbedarf: Variiert stark nach Fettgehalt des Fleisches und individuellen Bedürfnissen.

Was die Formel nicht ersetzt

Die Grundformel ist ein Ausgangspunkt, kein fertiger Plan. Sie sagt dir nicht: - Wie viel Gramm dein Hund täglich braucht - Welche Jod- oder Manganmengen fehlen - Ob der Kalzium-Phosphor-Quotient stimmt

Genau dafür braucht es eine individuelle Berechnung. Die Formel hilft dir, das Prinzip zu verstehen — aber nicht, die Ration sicher umzusetzen.

Praktische Umsetzung

Wenn du weißt, was in die Ration gehört, kannst du einkaufen und portionieren. Ein Beispiel für einen 20-kg-Hund mit 400 g Tagesration:

  • Ca. 240–280 g Muskelfleisch (Rind, Pute, Lamm)
  • Ca. 40–60 g fleischige Knochen (z. B. Hühnerflügel)
  • Ca. 20–30 g Innereien (davon max. 10–15 g Leber pro Tag)
  • Ca. 80 g püriertes Gemüse
  • Plus Öl und Ergänzungen nach Plan

Diese Zahlen sind nur illustrativ. Den echten Plan erstellt eine Fachperson.

Häufige Fragen

Muss ich täglich alle Komponenten geben? Nicht unbedingt. Manche BARFer wochenbilanzieren: an einem Tag mehr Knochen, am nächsten mehr Innereien. Das funktioniert — aber die Gesamtbilanz über die Woche muss stimmen.

Kann ich die Formel für Welpen verwenden? Nein. Wachsende Hunde haben deutlich andere Nährstoffbedarfe, besonders bei Kalzium und Phosphor. Die Grundformel passt für adulte Hunde — Welpen brauchen einen eigens berechneten Plan.

Was, wenn mein Hund bestimmte Komponenten ablehnt? Zunächst ausprobieren: leicht anwärmen, andere Sorten testen, langsam eingewöhnen. Bleibt die Ablehnung bestehen, muss die Nährstoffquelle ersetzt werden — nie einfach weglassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 80/20-Grundformel ist eine Orientierung: 80 % tierisch, 20 % pflanzlich.
  • Innerhalb der tierischen Anteile: vor allem Muskelfleisch, dann Knochen, dann Innereien.
  • Die Formel variiert je nach Hund und Plan — nie blind anwenden.
  • Für die exakten Gramm-Mengen brauchst du einen individuell berechneten Plan.

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Rolf Schwertfechter

Hundefutter-Experte & BELLA-Gründer

Rolf Schwertfechter betreibt BELLA seit 2024 und hat den BELLA-Score entwickelt, der 11.000+ Hundefutter-Sorten nach Proteinquelle, Deklaration und Preis-Leistung bewertet. Er analysiert täglich Preisdaten aus dem AWIN-Feed, wertet aktuelle Studien aus und schreibt alle Ratgeber auf dieser Seite.

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