Tiefgekühlt halten und beim Bedarf auftauen — das ist die richtige BARF-Praxis. Was nicht richtig ist: Rohfleisch aufzutauen und dann über mehrere Tage im Kühlschrank zu lagern, bevor es verfüttert wird.
Warum aufgetautes Fleisch schnell weg muss
Nach dem Auftauen beginnen Bakterien sich zu vermehren — langsam im Kühlschrank, aber stetig. Je länger aufgetautes Fleisch im Kühlschrank liegt: - Desto höher die Keimlast - Desto größer das Risiko für Salmonellen, Campylobacter etc. - Desto mehr verändert sich Textur und Geruch
Faustregel: Aufgetautes Rohfleisch sollte innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden.
Was die Frische des Fleisches beeinflusst
- Wie es gefroren war: Frisch gefriertes Fleisch in gutem Zustand hält sich nach dem Auftauen länger als bereits angetautes und wieder eingefrorenes
- Kühlschranktemperatur: Je näher an 0–2 °C, desto langsamer Keimwachstum
- Ausgangsqualität: Frisches Fleisch mit niedriger Ausgangs-Keimlast hält länger als bereits gealtertes Fleisch
Wie du den Frischevorrang praktisch umsetzt
- Plane die Portionen genau: Immer nur so viel auftauen, wie du in 24 Stunden verfütterst
- Morgens auftauen, abends verfüttern: Einfaches System für einmal täglich Fütternde
- Bei zwei Mahlzeiten: Die zweite Portion separat einfrieren und morgens auftauen
Was du mit nicht mehr ganz frischem Fleisch tun kannst
- Leicht ankochen — reduziert Keimlast erheblich und das Fleisch ist nicht mehr roh, aber immer noch verwertbar
- Wegwerfen, wenn Geruch oder Optik zweifelhaft sind
