Beim BARF gibt es keine Fütterungsempfehlung auf der Packung. Du bist derjenige, der entscheidet — und das setzt voraus, dass du weißt, ob die Menge stimmt. Regelmäßiges Wiegen ist das einfachste und zuverlässigste Kontrollwerkzeug.
Warum BARF leicht fehl dosiert wird
Fertigfutter hat eine aufgedruckte Tabelle: „Hund 10 kg → 200 g pro Tag". BARF hat eine Formel: 2–3 % des Körpergewichts. Klingt einfach, aber:
- 2 % von 10 kg = 200 g vs. 3 % von 10 kg = 300 g — ein erheblicher Unterschied im Jahresschnitt
- Fleisch ist nicht gleich Fleisch: Fettreiche Sorten haben viel mehr Kalorien als magere
- Aktivität, Jahreszeit und Alter beeinflussen den Bedarf kontinuierlich
Das Gewicht ist das ehrlichste Feedback, das du bekommst.
Wie oft wiegen?
- Einstiegsphase (erste 4 Wochen): Wöchentlich
- Eingespielte Ration: Alle 2–4 Wochen
- Veränderungen (Alter, Aktivität, Krankheit): Häufiger
Wie wiegen?
Kleine Hunde: Auf eine Personenwaage steigen, Hund halten, eigenes Gewicht abziehen. Mittlere und große Hunde: Tierarztwaage (oft kostenlos nutzbar im Wartezimmer), oder Hundewaage kaufen.
Immer zur selben Tageszeit wiegen, am besten morgens nüchtern — das minimiert Tagesschwankungen durch Mageninhalt.
Was das Gewicht dir sagt
- Steigendes Gewicht: Zu viel Futter oder zu fettreich — Menge reduzieren
- Sinkendes Gewicht: Zu wenig Futter oder zu magere Zusammensetzung — Menge erhöhen oder fettreichere Anteile ergänzen
- Stabiles Gewicht im Zielkorridor: Ration passt
Ergänze Wiegen mit Sichtkontrolle: Rippen sollten bei leichtem Druck tastbar, aber nicht sichtbar sein. Keine Taille sichtbar oder Rippen sehen = zu dick/zu dünn.
