Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine der häufigsten Hormonstörungen beim Hund. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin steuert den Stoffwechsel — zu wenig davon bedeutet, dass alles langsamer läuft: Energieverbrauch, Herzfrequenz, Verdauung. Die Folge ist oft Gewichtszunahme, trotz gleicher Futtermenge.
Warum die Ernährung angepasst werden muss
Die Behandlung erfolgt durch tägliche Gabe von L-Thyroxin (synthetisches Schilddrüsenhormon). Wenn die Medikation korrekt eingestellt ist, normalisiert sich der Stoffwechsel. Bis dahin — und manchmal auch danach — sind Anpassungen bei der Ernährung sinnvoll:
- Kalorienreduktion: Da der Stoffwechsel langsamer läuft, braucht ein hypothyreoter Hund weniger Energie. Normales Futter in normaler Menge kann zu Übergewicht führen.
- Hochwertiges Protein: Muskelmasse schützen — sie fördert den Grundumsatz und verhindert das Schmelzen von Muskelgewebe.
- Jod-Versorgung prüfen: Jod ist essenziell für die Schilddrüsenhormonproduktion. Ein vollwertiges Hundefutter enthält in der Regel ausreichend Jod. Extreme Jod-Überzufuhr kann die Schilddrüse aber belasten.
Praktische Maßnahmen im Alltag
- Futtermengen überprüfen: Nach Diagnose die Menge anpassen — häufig reicht die Hälfte bis zwei Drittel der bisherigen Menge.
- Leckerlis reduzieren: Auch kleine Kalorienquellen zählen bei einem verlangsamnten Stoffwechsel mehr.
- Sanfte Bewegung steigern: Moderate, regelmäßige Aktivität hilft beim Gewichtsmanagement und hält Muskeln aktiv.
Was Futter nicht leisten kann
Ernährung ersetzt nicht die Medikation. Ohne L-Thyroxin-Gabe kann das Gewicht nicht nachhaltig kontrolliert werden. Die Diät unterstützt die Therapie — sie ersetzt sie nicht.
