Schwielen und Druckstellen beim Hund entstehen schleichend — so langsam, dass viele Halter sie erst bemerken, wenn sie bereits ausgeprägt sind. Dabei sind sie mit einfachen Mitteln gut vorbeugbar und bei früher Erkennung meist problemlos behandelbar.
Was sind Druckstellen?
Druckstellen entstehen überall dort, wo der Hund wiederholt und über längere Zeit mit Knochenpunkten auf hartem Untergrund liegt oder ruht. Die häufigsten Stellen:
- Ellbogen: am häufigsten betroffene Stelle, besonders bei großen und schweren Rassen
- Fersenhöcker an den Hinterbeinen
- Hüftknochen bei sehr schlanken Hunden
- Brustbein bei Hunden, die viel liegen
Die Haut reagiert auf den wiederkehrenden Druck mit Verdickung und Verhornung — der Körper bildet eine schützende Schicht. Das klingt zunächst praktisch, wird aber zum Problem, wenn die Schicht aufbricht.
Wie Schwielen sich entwickeln
Frühphase: Die Haut wird dicker, leicht verfärbt (grau oder dunkel), das Fell in dem Bereich dünner.
Mittlere Phase: Die Haut wirkt rissig, lederartig, die Schwiele wächst.
Fortgeschrittene Phase: Die Schwiele reißt auf, die darunter liegende Haut entzündet sich. Es entstehen sogenannte Hygromata — flüssigkeitsgefüllte Schwellungen, die schmerzhaft und entzündungsgefährdet sind.
Die fortgeschrittene Phase ist vermeidbar, wenn früh gehandelt wird.
Vorbeugung: Weiches Bett ist alles
Die effektivste Maßnahme ist eine weiche, gepolsterte Liegefläche:
- Orthopädische HundeMatratzen aus Memory-Foam oder mit dicker Polsterung für große Rassen
- Erhöhte Liegen (Feldbett-Typ) für Hunde, die warme oder kühle Böden meiden
- Keine Hartböden als einzige Liegeoption — zumindest eine weiche Alternative anbieten
Besonders wichtig für: - Große und schwere Rassen (Deutsche Dogge, Bernhardiner, Labrador) - Ältere Hunde mit weniger Muskelpolsterung - Hunde mit wenig Körperfett (Windhunde, Greyhounds)
Behandlung bei bestehenden Schwielen
Leichte, rissige Schwielen (Frühphase): - Mit speziellen Balsammen (Shea-Butter, Bienenwachs, Hundehautpflege) eincremen - Liegefläche sofort verbessern - Bereich sauber und trocken halten
Mittlere oder fortgeschrittene Schwielen: - Tierarzt aufsuchen, da entzündete oder aufgebrochene Schwielen behandelt werden müssen - Hygromas können in schweren Fällen chirurgisch behandelt werden
Häufige Fragen
Mein junger Hund hat schon Schwielen — ist das normal? Bei jungen Hunden mit ausreichend Polsterung und weicher Unterlage eher ungewöhnlich. Überprüfe die Schlafplätze. Falls trotzdem Schwielen entstehen, Tierarzt fragen.
Kann eine einmal entstandene Schwiele vollständig verschwinden? Mit frühzeitiger Behandlung und Unterlagenverbesserung: Ja, oft. Fortgeschrittene, verhornte Schwielen können bleiben, lassen sich aber in Schach halten.
Das Wichtigste in Kürze
- Druckstellen entstehen durch wiederholt harte Unterlagen — besonders an Ellbogen
- Früherkennung ermöglicht einfache Behandlung
- Weiches Bett ist die beste Vorbeugung
- Entzündete Schwielen oder Hygromas gehören zum Tierarzt
