Was die Augen über Gesundheit verraten
Die Augen eines Hundes sind nicht nur ein Spiegel seiner Stimmung — sie geben auch direkten Aufschluss über seinen Gesundheitszustand. Während klare, glänzende Augen mit leichtem Tränenfilm vollkommen normal sind, können bestimmte Arten von Ausfluss auf Probleme hinweisen, die behandelt werden müssen.
Normaler Augenausfluss vs. Warnsignal
Normal: Ein kleiner, klarer oder leicht bräunlicher Augenwinkelausfluss morgens beim Aufwachen ist bei den meisten Hunden ganz normal — ähnlich wie beim Menschen. Besonders bei bestimmten Rassen wie Pudel, Maltesern oder Bichons Frisés bilden sich sogenannte Tränenstauflecken, hellbraune bis dunkelbraune Verfärbungen unterhalb des Auges durch Porphyrin im Tränenfilm. Das ist kein Krankheitszeichen, auch wenn es optisch auffällt.
Warnsignal: Eitriger, gelblicher oder grüner Ausfluss ist immer auffällig und sollte untersucht werden. Verklebte Augenlider am Morgen, die sich kaum öffnen lassen, ebenso. Anhaltend klarer, wässriger Ausfluss in großen Mengen kann auf Entzündung oder Blockade des Tränenkanals hinweisen.
Mögliche Ursachen für Augenausfluss
Konjunktivitis (Bindehautentzündung): Eine der häufigsten Augenerkrankungen beim Hund. Ursachen können Allergien, Staub und Pollen, Fremdkörper, Viren oder Bakterien sein. Typisch: gerötete Bindehaut, vermehrter Ausfluss, Zwicken oder Reiben am Auge.
Keratokonjunktivitis sicca (KCS / Trockenes Auge): Die Tränendrüsen produzieren zu wenig Tränenflüssigkeit. Paradoxerweise entsteht dabei zähflüssiger, schleimiger Ausfluss — weil die schützende Flüssigkeit fehlt und Schleim kompensatorisch produziert wird. Die Hornhaut kann sich trüben, wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt.
Ektropium/Entropium: Bei manchen Rassen liegt die Lidkante falsch — nach außen gestülpt (Ektropium, häufig beim Basset) oder nach innen eingerollt (Entropium, häufig beim Chow-Chow oder Shar-Pei). Beides führt zu chronischer Reizung und vermehrtem Ausfluss.
Fremdkörper: Sandkorn, Grasgrannen, Haar — ein kleines Partikel im Auge verursacht sofortigen starken Tränenfluss, Reiben und Kneifenlassen. Fremdkörper im Auge immer vom Tierarzt entfernen lassen, nicht selbst versuchen.
Glaukom (grüner Star): Erhöhter Augendruck kann Schmerzen, Augapfelschwellung und Ausfluss verursachen. Rasches Handeln ist nötig, um die Sehfähigkeit zu erhalten.
Was du tun kannst
Klare, kleine Ausflüsse kannst du mit einem sauberen, feuchten Tuch behutsam wegwischen — immer vom inneren zum äußeren Augenwinkel, mit einem frischen Bereich des Tuchs pro Auge. Keine Watte (Fäden können ins Auge gelangen), keine scharfen Reinigungsmittel.
Bei gelblichem, eitrigem oder starkem Ausfluss, bei Augenschmerzen (Zwicken, Kratzen, Lichtempfindlichkeit) oder bei Trübung der Hornhaut: Tierarzttermin nicht verschieben. Augenerkrankungen können sich schnell verschlechtern und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
Regelmäßige Augenkontrolle als Teil der täglichen Routine — kurzer Blick beim Streicheln — macht Veränderungen früh sichtbar.
