Blutdruck beim Hund – warum er im Alter wichtig wird
Der Blutdruck ist beim Hund genauso ein entscheidender Gesundheitsparameter wie beim Menschen – aber er wird im Alltag viel seltener gemessen. Das ist ein Versäumnis, denn gerade bei älteren Hunden kann hoher Blutdruck (Hypertonie) erhebliche Schäden an Organen und Augen verursachen.
Was ist normaler Blutdruck beim Hund?
Der systolische Blutdruck (der Spitzendruck beim Herzschlag) sollte beim Hund unter 150 mmHg liegen. Werte zwischen 150 und 159 gelten als grenzwertig, ab 160 mmHg spricht man von Hypertonie, die behandelt werden sollte.
Wann ist Blutdruckmessung besonders wichtig?
Folgende Zustände erhöhen das Risiko für Bluthochdruck beim Hund:
- Chronische Nierenerkrankung: Die häufigste Ursache für sekundäre Hypertonie beim Hund
- Herzerkrankungen: Veränderter Herzkreislauf beeinflusst den Blutdruck
- Hyperthyreose: Seltener beim Hund, aber möglich
- Diabetes mellitus: Kann den Blutdruck beeinflussen
- Cushing-Syndrom: Hyperadrenokortizismus geht oft mit Hypertonie einher
- Übergewicht: Belastet das Kreislaufsystem
Wie wird der Blutdruck beim Hund gemessen?
Am häufigsten wird die Doppler-Methode eingesetzt, bei der eine Manschette um das Handgelenk oder den Schwanz gelegt wird und ein Ultraschallkopf den Pulsfluss hörbar macht. Alternativ gibt es automatische Oszillometriedgeräte.
Die Messung sollte in ruhiger Atmosphäre durchgeführt werden, da Stress den Blutdruck vorübergehend erhöht – das sogenannte „White-Coat-Phänomen" kennen wir vom Menschen. Deshalb werden meistens mehrere Messungen hintereinander gemacht und der Durchschnitt berechnet.
Folgen unbehandelter Hypertonie
Hoher Blutdruck kann:
- Augen schädigen: Netzhautablösung und plötzliche Erblindung sind mögliche Folgen
- Nieren schädigen: Ein Teufelskreis, denn kranke Nieren erhöhen den Blutdruck, und hoher Blutdruck schadet den Nieren
- Das Herz belasten: Das Herz muss gegen mehr Widerstand pumpen
- Das Gehirn beeinflussen: In seltenen Fällen können neurologische Symptome auftreten
Behandlung von Hypertonie beim Hund
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ist die Grunderkrankung behandelbar, sinkt oft auch der Blutdruck. Zusätzlich können blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt werden – in der Regel Kalziumkanalblocker oder ACE-Hemmer.
Verlaufskontrollen sind nach Beginn der Behandlung wichtig, um die Wirksamkeit zu überprüfen und die Dosierung anzupassen.
FAQ
Wie oft sollte der Blutdruck beim Seniorhund gemessen werden? Bei bekannten Risikofaktoren mindestens einmal jährlich, bei bestehender Hypertonie häufiger je nach Therapieverlauf.
Ist Blutdruckmessung beim Hund schmerzhaft? Nein. Die meisten Hunde tolerieren die Messung problemlos, wenn sie entspannt sind.
Kann ich den Blutdruck meines Hundes zu Hause messen? Es gibt Heimgeräte, aber die Zuverlässigkeit ist beim Hund eingeschränkt. Verlässlichere Messungen erfolgen beim Tierarzt.
Blutdruckmessung ist ein einfaches, schmerzloses Verfahren mit großem Informationswert – frage deinen Tierarzt danach.
