Impfstrategie im Alter anpassen
Impfungen sind ein wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge – aber im Seniorenalter verändert sich, was sinnvoll ist. Das Immunsystem älterer Hunde reagiert anders, und manche Impfungen müssen seltener, andere häufiger gegeben werden. Sprich mit deinem Tierarzt über eine individualisierte Impfstrategie.
Kernimpfungen bleiben wichtig
Die Kernimpfungen – gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut – bleiben für alle Hunde ihr ganzes Leben relevant. Diese Krankheiten sind potenziell tödlich und gut verhindert.
Je nach Impfstoff und individuellem Titer kann das Impfintervall bei älteren Hunden länger sein. Titerbestimmungen (Bluttest auf vorhandene Antikörper) können unnötige Wiederholungsimpfungen vermeiden.
Nicht-Kernimpfungen überprüfen
Impfungen wie Bordetella (Zwingerhusten), Leptospirose oder Borreliose sind nur sinnvoll, wenn das Risiko besteht. Im Seniorenalter lohnt es sich, den Lebensstil zu überprüfen: - Geht der Hund noch in Kontakt mit vielen anderen Hunden? → Bordetella relevant - Ist der Hund viel im Wald oder an Gewässern? → Leptospirose und Borreliose relevant - Hat der Hund kaum noch Kontakt? → manche Nicht-Kernimpfungen können entfallen
Besonderheiten bei immungeschwächten Hunden
Hunde mit chronischen Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten oder immunsuppressiver Therapie brauchen eine besonders sorgfältige Abwägung. Lebendimpfstoffe können bei immungeschwächten Tieren problematisch sein – dein Tierarzt entscheidet individuell.
Titerbestimmung als Alternative
Ein Titertest misst den Antikörperspiegel im Blut und zeigt, ob dein Hund noch ausreichend geschützt ist. Das ist besonders für ältere Hunde interessant, die bereits viele Impfungen erhalten haben. Wenn der Titer hoch genug ist, ist eine Boosterimpfung nicht nötig.
Empfehlung
Führe ein Impfbuch und sprich einmal jährlich mit deinem Tierarzt über die aktuelle Strategie. Die Empfehlungen ändern sich mit den Lebensbedingungen und dem Gesundheitszustand deines Hundes.
