Wenn dein Hund seinen Hintern auf dem Boden schleift oder sich intensiv am After leckt, ist das oft ein Zeichen dafür, dass die Analdrüsen Probleme machen. Diese kleinen Drüsen neben dem After erfüllen eine wichtige Funktion – und wenn sie nicht richtig entleert werden, kann das unangenehm und schmerzhaft für deinen Hund werden.
Was sind Analdrüsen und wozu dienen sie?
Die Analdrüsen (auch Analbeutel genannt) sitzen beidseitig am After und produzieren eine sekretreiche Drüsenflüssigkeit. Bei der Hund-zu-Hund-Begrüßung – bekannt als das Beschnuppern des Hinterns – wird über dieses Sekret Information ausgetauscht. Beim Kotabsetzen werden die Drüsen durch den Druck des Kots natürlich entleert.
Warum verstopfen die Analdrüsen?
Wenn der Kot zu weich ist, fehlt der nötige Druck, um die Drüsen beim Kotabsetzen auszudrücken. Das Sekret staut sich, die Drüsen füllen sich und können sich entzünden oder im schlimmsten Fall abszedieren. Hunde mit chronisch weichem Stuhl, Übergewicht oder genetischer Veranlagung sind häufiger betroffen.
Anzeichen für Probleme mit den Analdrüsen: - Schlittenfahren auf dem Boden - Intensives Lecken oder Beißen am After - Unangenehmer Geruch aus dem Hintern - Sichtbare Schwellung neben dem After - Schmerzhaftes Hinsetzen
Wie du vorbeugen kannst
Die einfachste Vorbeugung ist ein fester, gut geformter Kot. Dieser entsteht vor allem durch ausreichend Ballaststoffe in der Ernährung. Lösliche Ballaststoffe aus Gemüse, Flohsamenschalen oder Futter mit Rübentrockenschnitzeln können helfen, die Konsistenz zu verbessern.
Auch regelmäßige Bewegung fördert die Darmperistaltik und damit einen gesunden Stuhlgang.
Was tun, wenn die Drüsen verstopft sind?
Wenn die Analdrüsen regelmäßig Probleme bereiten, kann dein Tierarzt oder Tierpfleger sie manuell ausdrücken. Das solltest du als Laie nicht selbst versuchen, da es bei falscher Technik zu Verletzungen kommen kann. Bei Entzündung oder Abszessbildung ist tierärztliche Behandlung mit Antibiotika oder operativem Eingriff notwendig.
Häufige Fragen
Wie oft müssen Analdrüsen ausgedrückt werden? Das ist sehr individuell. Manche Hunde brauchen nie Unterstützung, andere alle paar Wochen. Wer regelmäßig Symptome zeigt, sollte mit dem Tierarzt einen Rhythmus abstimmen.
Kann falsches Futter Analdrüsenprobleme verursachen? Ja. Zu weiches, ballaststoffarmes Futter führt zu weichem Kot, der nicht genug Druck auf die Analdrüsen ausübt. Eine ballaststoffreichere Ernährung kann helfen.
Ist Schlittenfahren immer ein Zeichen für Analdrüsenprobleme? Nicht immer – manchmal steckt auch ein Parasitenbefall (z. B. Bandwürmer) dahinter. Ein Tierarztbesuch schafft Klarheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Analdrüsen werden beim Kotabsetzen durch festen Kot natürlich entleert
- Weiches Futter und chronisch weicher Kot begünstigen Verstopfungen
- Symptome: Schlittenfahren, Lecken, Geruch, Schwellung am After
- Mehr Ballaststoffe im Futter können vorbeugend helfen
- Manuelle Entleerung beim Tierarzt oder Tierpfleger, nicht selbst versuchen
