Trockenfutter ist praktisch, haltbar und beliebt – aber es hat einen entscheidenden Nachteil: Es enthält nur etwa 8–12 % Feuchtigkeit, während frisches oder Nassfutter auf 70–80 % kommt. Wer seinen Hund mit Trockenfutter ernährt, muss daher besonders auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.
Warum Wasser so wichtig für die Verdauung ist
Wasser ist an fast allen Körperfunktionen beteiligt – und die Verdauung ist keine Ausnahme. Es hilft, Nährstoffe zu lösen und zu transportieren, den Darm gleitfähig zu halten und die Nieren bei der Entgiftung zu unterstützen. Ein zu wenig trinkender Hund kann an Verstopfung, Nierenproblemen oder einer Dehydratation leiden.
Wie viel Wasser braucht ein Hund täglich?
Als grobe Faustregel gilt: Ein Hund sollte täglich etwa 50–70 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Wer Trockenfutter bekommt, liegt tendenziell am oberen Rand oder darüber. Aktive Hunde, Hunde in der Hitze oder laktierende Hündinnen haben einen erhöhten Bedarf.
Tipps, damit dein Hund mehr trinkt
Viele Hunde trinken von Natur aus zu wenig. Diese Maßnahmen können helfen:
- Mehrere Wasserstellen anbieten: Je mehr Schüsseln du im Haus verteilst, desto wahrscheinlicher trinkt dein Hund spontan
- Frisches Wasser täglich wechseln: Hunde mögen frisches Wasser und meiden stehendes oder abgestandenes Wasser
- Trinkbrunnen ausprobieren: Viele Hunde mögen fließendes Wasser und trinken damit mehr
- Trockenfutter einweichen: Übergieße die Tagesration mit lauwarmem Wasser, lasse es kurz quellen – das steigert die Feuchtigkeitsaufnahme deutlich
- Nassfutter anteilig beimischen: Schon ein Teil Nassfutter erhöht den Feuchtigkeitsgehalt der Mahlzeit erheblich
Warnsignale für Dehydrierung
Typische Zeichen, dass dein Hund zu wenig Flüssigkeit bekommt: - Trockene, klebrige Schleimhäute - Eingefallene Augen - Haut, die nach dem „Zelttest" langsam in die Ausgangsposition zurückspringt - Lethargie oder Schwäche - Sehr dunkler, konzentrierter Urin
Bei Verdacht auf starke Dehydrierung sofort zum Tierarzt.
Häufige Fragen
Muss ich das Trockenfutter immer einweichen? Nein, es ist keine Pflicht – aber eine gute Option besonders für Hunde, die wenig trinken, für ältere Hunde oder solche mit Zahnproblemen. Es kann die Verdauung erleichtern und die Feuchtigkeitsaufnahme erhöhen.
Mein Hund trinkt kaum – soll ich mir Sorgen machen? Wenn dein Hund Nassfutter bekommt, nimmt er bereits viel Flüssigkeit übers Futter auf. Bei reinem Trockenfutter und sehr wenig Trinken solltest du die Wasserzufuhr aktiv fördern und im Zweifelsfall den Tierarzt fragen.
Ist Brühe eine gute Ergänzung? Ungesalzene Hühner- oder Rinderbrühe kann das Interesse am Trinken wecken und ist für die meisten Hunde gut verträglich. Achte darauf, dass sie keine Zwiebeln, Knoblauch oder Salz enthält.
Das Wichtigste in Kürze
- Trockenfutter hat nur sehr wenig Eigenfeuchte – Hunde müssen dementsprechend mehr trinken
- Mehrere frische Wasserstellen im Haus erhöhen die Trinkbereitschaft
- Trockenfutter einweichen oder Nassfutter beimischen erhöht die Feuchtigkeitsaufnahme
- Trinkbrunnen sind für viele Hunde attraktiver als stehende Schüsseln
- Zeichen von Dehydrierung immer ernst nehmen und beim Tierarzt abklären
