BARF ist für gesunde Hunde in den meisten Fällen eine vertretbare Fütterungsform — wenn sie fachlich korrekt umgesetzt wird. Bei bestimmten Erkrankungen ändert sich diese Aussage jedoch deutlich. Rohfütterung muss dann neu bewertet oder eingestellt werden.
Erkrankungen, bei denen BARF kritisch ist
Niereninsuffizienz: Hunde mit eingeschränkter Nierenfunktion brauchen eine phosphorarme, oft auch proteinreduzierte Diät. Reines Rohfleisch ist sehr phosphorreich — das belastet die Nieren zusätzlich. Spezialdiäten sind hier Pflicht, und die wenigsten lassen sich mit BARF umsetzen.
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): In der akuten Phase ist strenge Fettreduktion erforderlich. Rohfleisch mit natürlichem Fettgehalt ist kaum kontrollierbar genug für diese Diät.
Immunsuppression: Hunde nach Chemotherapie, mit HIV-ähnlichen Erkrankungen oder nach Organtransplantationen können rohe Fleischkeime nicht sicher bekämpfen.
Lebererkrankungen: Je nach Art der Lebererkrankung können hohe Proteinmengen das Problem verschlimmern.
Bestimmte Krebserkrankungen: Je nach Tumorart und Behandlung kann der Arzt spezifische Diäten empfehlen, die sich nicht mit rohem Fleisch vereinbaren lassen.
Was du in einer Krankheitsphase tun solltest
- Tierarzt über die Rohfütterung informieren
- Ggf. auf eine therapeutische Diät umstellen
- BARF nicht eigenmächtig bei chronischen Erkrankungen weiterführen, wenn du keine fundierte Aussage des Tierarztes dazu hast
- Nach überstandener Erkrankung: Rückkehr zu BARF gemeinsam planen
