Ein gesundes Immunsystem kann mit einer gewissen Keimlast aus rohem Fleisch umgehen. Ein geschwächtes kann es nicht. Für Hunde mit Immundefizienz ist Rohfütterung deshalb eine ernstzunehmende Frage.
Was bedeutet Immunsuppression beim Hund?
Das Immunsystem kann aus verschiedenen Gründen geschwächt sein:
- Chemotherapie oder Strahlentherapie (bei Krebs)
- Immunsuppressiva (bei Autoimmunerkrankungen, nach Transplantationen)
- Angeborene Immundefekte (selten)
- FIV, ähnliche Viruserkrankungen
- Schwere, chronische Erkrankungen (Diabetes, fortgeschrittene Lebererkrankung)
- Hohes Alter mit deutlicher Immunseneszenz
In all diesen Situationen ist das Abwehrsystem nicht in der Lage, Pathogene aus rohem Fleisch zuverlässig zu bekämpfen.
Welche Keime sind besonders problematisch?
- Salmonellen: Können bei immunsupprimierten Hunden zu schwerer Sepsis führen
- Campylobacter: Häufigster Durchfallerreger aus Rohfleisch, bei gesunden Hunden oft symptomlos, bei immungeschwächten gefährlich
- Listerien: Können das Nervensystem befallen
- Toxoplasma gondii: Relevant bei stark immunsupprimierten Tieren
Was du stattdessen tun kannst
- Leicht gegartes Fleisch: Muskelfleisch bei niedrigen Temperaturen garen (45–60 °C) erhält viele Nährstoffe und tötet Keime ab
- Hochwertige Nassnahrung aus seriösen Quellen (BARF-ähnliche Zusammensetzung, aber thermisch behandelt)
- Therapeutische Diäten nach tierärztlicher Empfehlung
