Fett ist beim BARFen kein Feind — es ist ein wichtiger Energieträger und Träger fettlöslicher Vitamine. Aber: Zu viel Fett ist einer der häufigsten Fehler, die Rohfütterer machen — besonders am Anfang.
Welche Rolle Fett in der BARF-Ration spielt
Fette liefern: - Energie (mehr als doppelt so viel pro Gramm wie Protein oder Kohlenhydrate) - Essentielle Fettsäuren (Omega-3, Omega-6) für Haut, Fell und Zellfunktionen - Träger für die Vitamine A, D, E und K
Das heißt: Eine gewisse Fettmenge ist absolut notwendig. Das Problem ist das Zuviel.
Was passiert bei zu viel Fett?
- Kurzfristig: Weicher Kot bis Durchfall, fettige Kotstreifen, Bauchgurgeln
- Mittelfristig: Übergewicht, da die Energiemenge der Ration zu hoch ist
- Langfristig: Erhöhtes Risiko für Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), besonders bei empfindlichen Rassen
Wie viel Fett ist vertretbar?
Grobe Orientierung: Ein Fettgehalt von 10–20 % der Trockenmasseenergie gilt für durchschnittliche erwachsene Hunde als vertretbar. Aktive Hunde können etwas mehr, übergewichtige oder pankreassensible Hunde deutlich weniger vertragen.
In der Praxis bedeutet das: Fettes Muskelfleisch, Bauchlappen oder Speck sollte nicht den Hauptanteil ausmachen. Mageres Fleisch (Hühnerbrust, Rindergulasch, Kaninchen) als Basis, Fett gezielt ergänzen.
Welche Fleischteile sind besonders fettreich?
- Schweinebauch, Lammfleisch (oft sehr fett), Rinderbauchlappen
- Haut von Geflügel
- Fettreicher Fisch (Lachs, Makrele, Hering — gut für Omega-3, aber portioniert)
