Im Frühjahr und Herbst fragen viele Hundehalter alarmiert: „Mein Hund verliert so viel Fell — stimmt etwas nicht?" Die gute Nachricht: Starkes Haaren in diesen Jahreszeiten ist vollkommen normal. Es ist kein Zeichen von Krankheit, sondern ein Zeichen von Gesundheit.
Was beim Fellwechsel passiert
Hunde haben keine kontinuierliche Wachstumsphase für ihr Fell wie Menschen — stattdessen wechseln die Haare in Zyklen. Zweimal im Jahr — im Frühjahr und im Herbst — hat der Körper einen hormonell gesteuerten Wechsel einprogrammiert:
- Frühjahr: Das dicke Winterfell wird durch leichteres Sommerfell ersetzt
- Herbst: Das Sommerfell weicht dichtem Winterfell
In diesen Wochen lösen sich massenhaft Haare — besonders bei Doppelhaarrassen mit dichter Unterwolle. Das kann sich anfühlen wie ein Dauerschneesturm aus Hundehaaren.
Welche Rassen haaren stärker?
Doppelhaarige Rassen haaren deutlich stärker als kurzhaarige oder lockige Rassen:
- Stark: Husky, Malamute, Berner Sennenhund, Deutschen Schäferhund, Golden Retriever, Labrador
- Mittel: Beagle, Boxer, Corgi
- Wenig: Pudel, Doodles (kein echtes Haaren, aber Filzrisiko)
Wie du den Fellwechsel unterstützt
Häufiger bürsten Das ist die wichtigste Maßnahme. Abgestorbene Unterwolle, die im Fell bleibt, staut Wärme und kann Hautentzündungen begünstigen. Tägliches oder zweitägiges Bürsten mit einem Unterwollkamm hilft dem Körper, den Wechsel schneller abzuschließen.
Ernährung beachten Während des Fellwechsels steigt der Bedarf an Nährstoffen für den Haaraufbau leicht an. Hochwertiges Futter mit gutem Proteingehalt und Omega-3-Fettsäuren unterstützt das.
Keine falschen Maßnahmen - **Nicht scheren** (bei Doppelhaarrassen — schützt die Fellstruktur) - Kein pauschales Supplementieren, wenn Futter in Ordnung ist
Wann ist starkes Haaren kein normaler Fellwechsel?
Haaren außerhalb der Wechselperiode oder in Verbindung mit: - Kahlen Stellen oder ungleichmäßigem Muster - Juckreiz oder Hautentzündungen - Allgemeiner Erschöpfung oder Gewichtsveränderungen
…gehört tierärztlich abgeklärt. Das können Schilddrüsenstörungen, Allergien, Parasitenbefall oder Hormonstörungen sein.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Fellwechsel? Je nach Rasse und Wetter zwischen 3 und 8 Wochen. Mit regelmäßigem Bürsten geht er schneller.
Hilft Lachsöl beim Fellwechsel? Es unterstützt die Hautgesundheit und kann den Neuwuchs fördern. Kein Wundermittel, aber eine sinnvolle Ergänzung.
Mein Hund haarst das ganze Jahr — normal? In Wohnungen mit konstanter Heizung und Licht haaren viele Hunde ganzjährig, weil der Körper keinen starken Jahreszeiten-Rhythmus wahrnimmt. Das ist dann abgeschwächtes, kontinuierliches Haaren — grundsätzlich okay, aber regelmäßiges Bürsten bleibt wichtig.
Das Wichtigste in Kürze
- Starkes Haaren im Frühjahr und Herbst ist gesund und normal
- Tägliches Bürsten beschleunigt den Wechsel und verhindert Hitzestau
- Gutes Futter unterstützt den Neuwuchs
- Haaren mit kahlen Stellen, Juckreiz oder außer der Saison: tierärztlich abklären
