Zweimal im Jahr verwandelt sich deine Wohnung in eine Hundehaargalerie. Der Fellwechsel — Fachbegriff Mauser — ist ein ganz normaler biologischer Vorgang. Mit dem richtigen Vorgehen machst du diese Phase kürzer und entspannter für dich und deinen Hund.
Warum Hunde haaren
Der Fellwechsel wird durch veränderte Tageslichtlänge und Temperatur ausgelöst, nicht durch Wärme allein. Deshalb haaren Hunde, die drinnen leben, oft weniger intensiv aber länger — das Heizungslicht stört den natürlichen Rhythmus.
- Frühjahr: Winterunterwolle wird abgeworfen, leichteres Sommerfell wächst
- Herbst: Sommerfell weicht, dichtere Winterwolle kommt
- Ganzjähriges Haaren in Innenräumen ist bei Heizungsluft normal — kein Zeichen für Erkrankung
Wer haart besonders stark?
Nicht alle Hunde sind gleich betroffen:
- Doppelhaarrassen (Husky, Berner Sennenhund, Schäferhund, Golden Retriever) haaren extrem stark
- Einfachhaarrassen (Pudel, Malteser, Terrier) haaren kaum — was aber Trimmen oder Schneiden nötig macht
- Kurzhaarrassen (Labrador, Boxer) haaren ebenfalls merklich, ihre kurzen Haare sind nur weniger auffällig
So unterstützt du den Fellwechsel
Häufiger bürsten Im Fellwechsel täglich bürsten, auch wenn du sonst weniger oft pflegst. Ein guter **Unterwollkamm** ist dabei unverzichtbar für Doppelhaarrassen — er holt die abgestorbene Unterwolle heraus, die sonst unter dem Oberhaar staut und Hitzestau begünstigt.
Die richtige Technik Bürste in Fellrichtung, dann gegen die Richtung, um die Unterwolle zu lösen. Anschließend wieder mit dem Fell bürsten. Du wirst überrascht sein, wie viel Haar herauskommt.
Ernährung anpassen Während des starken Haarens steigt der Nährstoffbedarf für den Haaraufbau. Sicherstelle, dass die Ernährung ausreichend Protein und essentielle Fettsäuren enthält.
Gut trinken lassen Ausreichende Wasserversorgung unterstützt alle Stoffwechselprozesse einschließlich der Haarfollikelfunktion. Stelle immer frisches Wasser zur Verfügung.
Was du nicht tun solltest
- Schermaschine beim falschen Felltyp: Doppelhaarrassen niemals scheren — die Unterwolle schützt vor Hitze und Kälte. Das Scheren stört die natürliche Isolierfunktion dauerhaft.
- Haaren erzwingen: Mit aggressivem Zupfen oder zu harten Werkzeugen arbeitest du nicht schneller, verletzt aber die Haut.
- Ignorieren: Unbehandelte Unterwolle kann sich zu Verfilzungen aufbauen, die schmerzhaft und schwer zu lösen sind.
Wann hört das Haaren auf?
Der intensive Fellwechsel dauert je nach Rasse und Individuum zwei bis sechs Wochen. Bleibt das starke Haaren deutlich länger oder geht mit Kahlstellen, Juckreiz oder Veränderungen des Allgemeinbefindens einher, sollte ein Tierarzt das abklären.
Häufige Fragen
Mein Hund haart das ganze Jahr — ist das normal? Bei Hunden, die in geheizten Wohnungen leben, ist das häufig normal. Bleibt das Haaren ohne Saisonalität und ist damit verbundener Juckreiz, kann eine tierärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Kann ich meinen Hund beim Hundefriseur im Fellwechsel ausbürsten lassen? Ja, und das ist eine gute Investition. Professionelles Ausbürsten mit entsprechenden Werkzeugen spart dir viel Arbeit zu Hause.
Helfen spezielle „Anti-Haaren"-Produkte? Viele dieser Produkte sind einfach gute Pflegemittel. Das Haaren wird nicht gestoppt, nur die Pflege wird erleichtert. Spar dir Geld und wähle stattdessen einen guten Unterwollkamm.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Fellwechsel ist normal und tritt zwei Mal jährlich auf
- Tägliches Bürsten mit dem richtigen Werkzeug verkürzt die intensive Phase
- Doppelhaarrassen nie scheren — das stört die natürliche Isolierung
- Anhaltendes Haaren ohne Saisonalität oder mit Begleitsymptomen abklären lassen
